Ich bin wieder auf dem Highway Richtung Süden. Die Luftspiegelungen auf der Straße sind heute Morgen so intensiv, dass man glaubt, man würde in 100 Metern in den Himmel fahren.
Ich bin wieder auf dem Highway Richtung Süden. Die Luftspiegelungen auf der Straße sind heute Morgen so intensiv, dass man glaubt, man würde in 100 Metern in den Himmel fahren.
Heute geht es endlich richtig auf die Straße. Der Stadtverkehr in Fort Worth ging mir nämlich schon ganz schön auf die Nerven. Schon vor acht Uhr morgens sitze ich im Auto und stelle das Navi auf den Ort Wichita Falls ein. Dort will ich Mittagspause machen und bei Willies's Place zu Mittag essen. Ursprünglich wollte ich heute noch einen Besuch im National Vietnam War Museum in Weatherford, Texas unternehmen. Aber das hat heute gar nicht auf, deswegen muss ich das verschieben. Also kann ich gleich bis zum meinem heutigen Tagesziel durchfahren: Amarillo im Texas Panhandle, dem schmalen Streifen der zwischen New Mexico und Oklahoma.
Ich vermeide dabei die Interstate-Schnellstraße und fahre auf dem Highway 287, damit ich mehr zeit habe mir die Landschaft anzuschauen. Für mich ist diese Fahrt durch das flache Texas Entspannung pur.
Heute beginnt meine Roadtrip durch Texas. Das Auto ist mit reichlich Wasser und noch mehr Dr. Pepper-Limonade beladen. Die Strecke habe ich auf Google Maps ausgekundschaftet. 340 Meilen, also etwa 545 Kilometer liegen heute vor mir. Mein Ziel: Die Stadt Amarillo im sogenannten Texas Panhandle, was frei übersetzt so viel bedeutet wie „Pfannenstiel von Texas“. Auf der Landkarte ragt nämlich ein kleines Stück Texas in die Bundestaaten New Mexico und Arizona hinein, so dass dieses Stück ein wenig so aussieht wie ein Griff, der an Texas dran ist.
Gestern hat es leider nicht geklappt das Auto abzuholen, das ich bei der Autovermietung reserviert hatte. Heute Morgen habe ich aber gleich angerufen und Bescheid gesagt, dass ich komme und es abhole. Mein Motel hat nicht die besten Bewohner. Ein ziemliches Gesindel hat sich hier teilweise eingemietet und heute früh hat sich gleich ein schwarzes Paar auf der Straße schreiend geprügelt. Ich nin mit einem Uber-Taxi zur Autovemietung gefahren und habe einen schönen, nagelneuen Mazda bekommen. Aber weil ich das Auto gestern nicht abgeholt habe, haben sie mir gleich mal 190 Euro aufgeschlagen. Weil sich angeblich die Preise geändert haben. Das ist Halsabschneiderei und die Autovermietung Budget kann mir ab jetzt gestohlen bleiben.
Um 8 Uhr morgens macht die Autovermietung auf und um 7 Uhr 59 stehe ich bei denen wieder vor der Tür und erkläre, dass ich mein Auto gestern nicht abholen konnte, weil zur Abholzeit schon geschlossen gewesen sei. Die Budget-Mitarbeiterin geht mit keinem Wort darauf ein und verzieht auch keine Miene. Das Auto sei noch da und ich könne es jetzt haben. Aber: Das sei wie mit den Flügen. Da gebe es auch tagesaktuelle Preise, die mal höher mal niedriger seien. Und heute sei der Preis für mein Auto um 200 Dollar höher als gestern. Das ist natürlich glattweg Betrug, denn ich habe ja eine Reservierung für einen ganz anderen Preis. Für den werde ich das Auto aber nicht bekommen. Die Alternative wäre die Buchung zu stornieren und weiter für teures Geld mit dem Uber auf der Suche nach einem Mietwagen durch Fort Worth zu fahren. Mit knirschenden Zähnen und in den Taschen geballten Fäusten gehe ich auf diese Erpressung ein, schwöre aber insgeheim Rache.