Queer.de: Kiel: Zweite Schleswig-Holstein Inter* Trans* Tagung

SHITT2018

[...] Darüber hinaus gibt es u.a. Workshops zu "Trans und Polizei" mit dem Frankfurter Joschua Thuir oder einen kritischen Blick auf die Berichterstattung über "Trans und Inter in den Medien" mit der Journalistin Jessica Purkhardt. [...]

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"R-E-S-P-E-C-T" - Meine September-Kolumne im GAB-Magazin

jessica purkhardt illuGesellschaft sei für gewöhnlich zu billig zu haben, schrieb Henry David Thoreau schon 1854.
Man treffe sich nach zu kurzen Zwischenräumen, als dass wir Zeit genug hätten, neuen Wert füreinander zu erlangen „und lassen den anderen immer wieder von dem schimmeligen alten Käse kosten, der wir sind.“
Aus diesem unappetitlichen Vergleich leitet der amerikanische Schriftsteller und Philosoph ab, dass um diese häufigen Zusammenkünfte erträglich zu machen, gewisse Regeln zu beherzigen seien – nämlich Höflichkeit und Etikette.
Man wohne ohnehin schon zusammengepfercht, sei einander im Weg, stolpere übereinander und verliere „einigermaßen den Respekt voreinander.“

Nun ist der Mikrokosmos unserer queeren Szene ein gutes Beispiel dafür. Man kennt sich und begegnet sich beim Durchstreifen der engräumig angeordneten Szenelokale, ob man will oder nicht.
Es ist sicherlich dieses vielmalige Aufeinandertreffen, das bei einigen Zeitgenoss*innen dazu führt, in dem an sich wertvollen Gut von Zusammensein und Geselligkeit irrigerweise eine überflüssige Begegnung zu sehen. Das wird oft sogleich, künstlich oder ernst gemeint, aber dann immer lautstark und theatralisch, beklagt um vielleicht einen Lacher der Umzustehenden zu erheischen.

Noch besser als wortgewandte Sticheleien auf Kosten des Gegenübers kommen aber immer der Ausdruck von Höflichkeit, Wertschätzung und Respekt bei allen anderen an.
Probiert’s mal.

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Frankfurter Neue Presse: Umstrittener "Bullen"-Spruch bleibt

[...] Denn Jessica Purkhardt (Grüne) hält die Aussage durch die Kunstfreiheit gedeckt.[...]

Der ganze Artikel in der Frankfurter Neuen Presse vom 22.6.2018

"Eine Unterwasser-Geschichte" - Meine Juni-Kolumne im GAB-Magazin

jessica purkhardt illuAnlässlich einer Badereise, die ich neulich größtenteils in badewannewarmem Meer kurz unterhalb der Wasserlinie verbrachte, drängte sich mir, während ich ein Korallenriff entlang schnorchelte, unversehens die Auseinandersetzung mit einem Begriff aus der LGBTIQ*-Bewegung auf, von dem ich geglaubt hatte, ihn schon oft genug bedacht zu haben.

Angesichts tausender Fische, deren Formen so unterschiedlich waren, dass die des einen manchmal schien, als wollte sie das genaue Gegenteil eines anderen sein.
Mit Befestigungsorten von Augen und Flossen, die man sich nicht auszudenken gewagt hätte.

Und den Farben des Regenbogens (plus noch einige extra), die sich mitunter alle gleichzeitig auf einem einzigen Fisch versammelt hatten, der, vielleicht weil er sich noch nie selbst gesehen hatte, damit so bescheiden an der Riffkante entlang schwamm, als sei er einfach nur grau.

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"Influencer vs. Influenza" - Meine Mai-Kolumne im GAB-Magazin

Jessica Purkhardt - Zwischen den Zeilen Das Verschlagworten war im analogen Zeitalter vor allem eine unliebsame Fleißaufgabe von Bibliothekarinnen und Archivaren. Und dabei doch gleichzeitig eine hohe Kunst, mit der durch das präzise Auszeichnen mit wenigen, aber treffenden Stichworten, Wissen, Inhalte und Objekte in den Weiten der Regalmeter und Depots wieder auffindbar waren.
Schallendes Gelächter hätte vor kaum mehr als zehn Jahren durch die blankpolierten Gänge der Büchereien gehallt, hätte jemand die Voraussage geäußert, im Jahr 2018 verstünden sich bereits vorpubertäre Teenager auf das korrekte und durchdachte Setzen von Schlagwörtern.
Sogar freiwillig und mit vorangestelltem Rautenzeichen.

Und doch ist genau das heute der Fall.

Denn ohne die richtige Indexierung durch raffinierte, wortspielerische Hashtags (#) ist das eigene Selfie in den Sozialen Medien kaum auffindbar und damit gleichsam wertlos.
Auch Produktetiketten, Nachrichtensendungen und Werbeplakate nennen längst bereitwillig eine #-Parole, unter der man die eigene Zielgruppe versammeln, mit ihr diskutieren und an sich binden möchte.

Bezüglich Köderfunktion und Haltekraft ist der Hashtag des 21. Jahrhunderts also schlichtweg das digitale Gegenüber zum bereits vor etwa 20.000 Jahren erfundenen Angelhaken.
Der Verdacht liegt damit nahe, dass sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihrer prägnanten Rauten-Geste längst selbst verschlagwortet hat.

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