Aufbruch in die Niederlande

Gerade eben erst habe ich die Darmgrippe überwunden, die ich mir aus Nordafrika von der Motorradreise durch Marokko mitgebracht habe, da geht es auch schon wieder los. Meine nächste Reise führt mich in die Niederlande, wo ich ein drittes Mal in diesem Jahr mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ehrenamtlich auf einem deutschen Soldatenfriedhof arbeiten werde. Doch zuvor habe ich noch einen Zwischenstopp in Göttingen auf einer Tagung einzulegen.

Göttingen liegt nicht ganz auf der Strecke, aber immerhin gewinne ich durch die Fahrt dorthin schon einmal etwas Höhe nach Norden. Auf dem GARMIN-Navigationsgerät habe ich wieder die Einstellung ausgewählt, mit der ich schon aus Kufstein zurückgefahren bin: „Kürzeste Strecke“ und „Autobahn vermeiden“. So führt mich die Route über kleine, wenig befahrene Nebenstraßen und auch die verkehrsreichen Bundesstraßen erspare ich mir so. Die sind nämlich zwar oft schneller, aber eben nicht kürzer.

Durch die Wetterau, am Rande von Spessart und Rhön entlang erreichte ich den Vogelsberg, dann das Werratal und kam im Eichsfeld an. Dort habe ich mein Motorrad mit der Plane abgedeckt und bleibe hier bis Sonntag. Dann geht es weiter bis zur Kriegsgräberstätte Ysselstein in den Niederlanden.

Das Hotel Goldener Löwe war in Kufstein sowohl auf der Hinreise als auch auf der Rückreise meine Unterkunft
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Österreich/Deutschland: Kurzzeitig kriminell

Das wäre ein blöder Abschluss einer Reise gewesen, die ich sogar als Urlaub bezeichnen würde. Obwohl ich das selten tue und ich auch zwei Wochen körperlich gearbeitet habe. Doch an einem der letzten Tage lag ich abends im Bett und dachte: „wie Urlaub“.

Heute Morgen hatte ich die Idee das Motorrad schon aus der Tiefgarage zu holen, wo ich es vor zwei Wochen abgestellt hatte und zum Beladen vor das Hotel zu fahren.

Italien/Österreich: Heimfahrt

Heute traten wir die Heimreise an. Schon in Italien verabschiedete ich mich von einigen Teilnehmern des Work Camps, die separat abeisten. Ich freute mich auf die Fahrt, denn hier konnte ich in aller Ruhe viele Dinge am Laptop aufarbeiten, die in den letzten Wochen liegen geblieben waren. Nur mein Rücken machte mir zu schaffen. Die Matratze im Hotel, das Geholpere auf dem Traktor und nun das lange Sitzen im Bus hat meinem Rücken nicht gutgetan. Wir schieben uns lange durch den zähfließenden Verkehr und den Stau, den einmal ein Auffahrunfall und später der Brenner-Pass verursacht.

Die Krypta im Bergmonument des Soldatenfriedhofs Futa-PAss
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Italien: Entspannung

Heute fand die Abschlussveranstaltung unseres Arbeitseinsatzes auf dem Soldatenfriedhof Futa-Pass statt. Ich hatte heute Anteil am Ablauf, denn nach der Ansprache unseres Teamleiters Detlef und den Dankesworten des Friedhofsverwalters sollte ich chronologische Auszüge der letzten zwei Wochen aus meinem Reisetagebuch vorlesen. Zunächst absolvierten wir aber noch den Fototermin, an der Stelle, die ich dafür gestern ausgesucht hatte. Die Perspektive funktionierte genauso, wie ich es mit vorgestellt hatte und glücklicherweise kamen rechtzeitig noch zwei Wanderer vorbei, die ein Foto von uns machen konnten, auf dem wir alle drauf sind.

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Italien: Nichts fehlt

Ein letztes Mal steige ich heute Morgen am Friedhofseingang aus dem Bus, belade den Traktoranhänger mit zwei Motorsensen, einem Kanister Sprit und dem restlichen Zubehör, fahre gemütlich durch das kleine Wäldchen am Fuß des Friedhofsberges und den Hang hinauf durch die sonnenbeschienenen Gräberfelder. Der heutige Tag ist weitegehend dem morgigen gewidmet, an dem die Abschlussgedenkfeier des Arbeitseinsatzes stattfinden wird. Mit Einsatzleiter Detlef gehe ich hinauf zur Krypta und wir überlegen, wie wir das Abschlussfoto inszenieren wollen. Ich schaue es mir das Gipfelmonument von mehreren Seiten aus, mache Probeaufnahmen bei dem Sonnenstand, den wir auch morgen Vormittag haben werden und das Ergebnis steht bald fest.

Der Soldatenfriedhof Futa-Pass
Über den Soldatenfriedhof Futa-Pass läuft Granitmauer spiralförmig den Berg hinauf und endet in einer monumentalen Spitze

Später kann mir noch etwas Zeit nehmen, um an meinen Texten zu arbeiten. Um halb zwölf starte ich dann ein letztes Mal den Traktor lade alles auf, was noch hinunter zu den Garagen der Friedhofsverwaltung zu bringen ist und holpere mit Susanne hinten auf dem Anhänger auf die andere Seite des Friedhofs, dann rechts ab zu den Komposthaufen, durch das kleine Wäldchen bis vor den großen Dieseltank. Hier verabschiede ich mich von meinem Gefährt.

Den Nachmittag habe ich zur freien Verfügung und verbringe ihn bei geschlossenen Rollläden und eingeschalteter Klimaanlage auf dem Bett sitzend, in Arbeit vertieft.
Am Abend gibt es dann zum Abschluss noch einmal unser Wunschmenü und wirklich werden unsere liebsten Pastagerichte der letzten beiden Wochen hintereinander in drei aufeinanderfolgenden Gängen serviert.

„Was wird dir fehlen“, geht die Frage um. Wir überlegen eine Weile und kommen zu dem Schluss, dass einem auch nichts von hier zu Hause fehlen kann, ohne, dass es bedeutet, dass auf dieser Reise irgendetwas schlecht war. Das halte ich für das bestmögliche Ergebnis einer solchen Reise.