Derzeit arbeite ich im Wald von Biķernieki an einem Ort des Grauens. Mehr als 35.000 Menschen - jüdische Familien, politische Häftlinge und sowjetische Kriegsgefangene - wurden hier erschossen. Ihre Leichen wurden in 55 Massengräbern verscharrt, später wieder ausgegraben, verbrannt, ihre Knochen zermahlen und hier im Gelände verstreut.
Meine Arbeit auf dem deutschen Kriegsgräberfriedhof im litauischen Klaipeda geht weiter. Dieses Mal braucht es dafür einen eisernen Willen und kreative Ideen. Denn die schweren schmiedeeisernen Zäune müssen repariert und aufgearbeitet werden. Ein langes Stück Zaun auf der Seite zur viel befahrenen Hauptstraße ist sehr verrostet und droht völlig kaputt zu gehen. Jeden Winter werden auf der Straße große Mengen Streusalz verwendet. Die sind jedoch gefährlich für das Metall der Zäune. Es muss viel Rost abgeklopft und mit Drahtbürsten abgerieben.
Eine Woche lang war ich als ehrenamtliche Teamleiterin mit 29 Freiwilligen aus ganz Deutschland in Montmédy im Einsatz. Wir haben gepflegt, gestaltet, gelernt – und erlebt, wie wichtig Erinnerung und internationale Begegnung gerade heute sind.
Obwohl es die ganze Nacht hindurch stark geregnet hatte, zeichnete sich durch den Morgennebel ein blauer Himmel ab. Die Gelegenheit war günstig und so nutzte ich die Zeit zwischen Frühstück und Arbeitsbeginn, um auf dem Soldatenfriedhof einige Fotos zu machen. Morgensonne, die durch den Nebel scheint, wirkt immer gut.
Zum Glück haben wir heute nur am Vormittag gearbeitet, denn ab Mittag setzte starker Regen ein. Weil sich das schon am frühen Morgen abzeichnete, haben ich mit Rudi entschieden, dass wir erst gar nicht mit dem Verfugen anfangen, sondern zunächst eine überlaufende Regenrinne am Versorgungsgebäude der Jugendbegegnungsstätte reinigen. Es stellte sich heraus, dass die Regenrinne voll mit vermodertem Laub war. Außerdem hatte sie nicht genug Gefälle um das Regenwasser zum Fallrohr hin ablaufen zu lassen. Als die Rinne gereinigt war, lief das Wasser außen am Fallrohr nach unten. Denn mutmaßlich sind auch die Kanalrohre im Boden verstopft, so dass das Wasser im Fallrohr steht. Als ich den Blick schweifen ließ bemerkte ich, dass auch die Regenrinnen der anderen Unterkunfts-Bungalows verstopft waren. Wir dehnten deshalb unserer Reinigungsarbeiten auf alle Gebäude aus. Überall lag noch das Laub des ganzen Jahres drin. Viele waren schon durchgerostet und nirgends floss das Wasser richtig ab.
Am Morgen recherchiere ich noch etwas Hintergründe für meine nächste Kolumne im GAB-Magazin. Die Ergebnisse wirbeln dann leider alles, was ich mir gestern bereits vorgenommen hatte zu schreiben um. Das Thema „No Cops at Pride“ ist doch vielschichtiger als ich angenommen hatte und auch meine Haltung bedarf einer weiteren Reflexion.
Über dem Gebirge hängen unübersehbare Regenwolken und nach dem Öffnen von Jalousien und Fenstern höre ich auch das Donnern.
Morgens beladen wir am Hauptgebäude des Friedhofs an den Fahrzeug- und Gerätegaragen den Anhänger meines Traktors mit den Motorsensen, Ersatzteilen und Benzinkanistern und ich fahre dann alles an den Arbeitsort des Tages. Dabei fahren einige Leute stehend entweder vorne bei mir auf dem Traktor oder hinten auf dem Anhänger mit und ich fühle mich an Aufnahmen erinnert, wo amerikanische Farmerihre mexikanischen Landarbeiter zur Arbeit auf ihre Felder fahren. Mit dem entscheidenden Unterschied, dass ich auch zu diesen Landarbeitern gehöre und heute ebenfalls mit dem Freischneider zwischen den Gräbern im Einsatz sein werde.
Dieser Tag ist der erste von den letzten Tagen dieses Arbeitseinsatzes. Die Routine der vergangenen eineinhalb Wochen ist durchbrochen, denn nun ist nicht mehr jede Menge Material mit dem Traktor den Berg hinaufzufahren, sondern nur noch die wenigen Kollegen, die die Steine rücken sind mit Werkzeug zu versorgen. Danach kann ich den Traktor abstellen und mich mit meinem Laptop hinter unsere Versorgungshütte setzen und meinen Redebeitrag für die Abschlussveranstaltung dieses Arbeitseinsatzes vorbereiten. Unser Teamleiter Detlef hat sich gewünscht, dass ich am Freitag chronologische Auszüge meiner Tagebucheinträge der zurückliegenden zwei Wochen vorlese und ich möchte sie noch etwas editieren, damit die gelegentlich Ironie in den Texten, die Pietät des Anlasses nicht überdeckt.
Heute fand die Abschlussveranstaltung unseres Arbeitseinsatzes auf dem Soldatenfriedhof Futa-Pass statt. Ich hatte heute Anteil am Ablauf, denn nach der Ansprache unseres Teamleiters Detlef und den Dankesworten des Friedhofsverwalters sollte ich chronologische Auszüge der letzten zwei Wochen aus meinem Reisetagebuch vorlesen. Zunächst absolvierten wir aber noch den Fototermin, an der Stelle, die ich dafür gestern ausgesucht hatte. Die Perspektive funktionierte genauso, wie ich es mit vorgestellt hatte und glücklicherweise kamen rechtzeitig noch zwei Wanderer vorbei, die ein Foto von uns machen konnten, auf dem wir alle drauf sind.
Manchen meiner Kameradinnen und Kameraden bei diesem freiwilligen Arbeitseinsatz auf dem Soldatenfriedhof Futa-Pass sehe ich an, dass sie gestern erst nach Mitternacht ins Bett gekommen sind. Auf der etwa 20-minütigen Busfahrt hinauf zum Futa-Pass war es heute Morgen außergewöhnlich ruhig. Wie an den anderen Tagen auch beginnen wir mit dem Freischneiden der Grabsteine und ich mache einige Transportfahrten mit dem Traktor.
Wenn man morgens müde aufwacht, lässt das einiges auf den weiteren Tagesverlauf schließen. Heute musste ich mich durch den Tag quälen. Die Truppe mit den Motorsensen hat sich auf die oberste Stufe der Bergspirale hochgeschnitten und steht kurz vor dem Abschluss ihres Gesamtwerks. Die beiden Kleingruppen, die die Grabpultsteine wieder ausrichten sind weit im Gelände verteilt und ich muss sie immer erst suchen. Nach dem Mittagessen gelingt es mir tatsächlich einige Momente im Traktorsitz in menschenunmöglicher Haltung einzunicken, bis dann schon der nächste Kollege wieder an meiner Seite steht und einen Fahrauftrag für mich hat.
Ein letztes Mal steige ich heute Morgen am Friedhofseingang aus dem Bus, belade den Traktoranhänger mit zwei Motorsensen, einem Kanister Sprit und dem restlichen Zubehör, fahre gemütlich durch das kleine Wäldchen am Fuß des Friedhofsberges und den Hang hinauf durch die sonnenbeschienenen Gräberfelder. Der heutige Tag ist weitegehend dem morgigen gewidmet, an dem die Abschlussgedenkfeier des Arbeitseinsatzes stattfinden wird. Mit Einsatzleiter Detlef gehe ich hinauf zur Krypta und wir überlegen, wie wir das Abschlussfoto inszenieren wollen. Ich schaue es mir das Gipfelmonument von mehreren Seiten aus, mache Probeaufnahmen bei dem Sonnenstand, den wir auch morgen Vormittag haben werden und das Ergebnis steht bald fest.
Später kann mir noch etwas Zeit nehmen, um an meinen Texten zu arbeiten. Um halb zwölf starte ich dann ein letztes Mal den Traktor lade alles auf, was noch hinunter zu den Garagen der Friedhofsverwaltung zu bringen ist und holpere mit Susanne hinten auf dem Anhänger auf die andere Seite des Friedhofs, dann rechts ab zu den Komposthaufen, durch das kleine Wäldchen bis vor den großen Dieseltank. Hier verabschiede ich mich von meinem Gefährt.
Den Nachmittag habe ich zur freien Verfügung und verbringe ihn bei geschlossenen Rollläden und eingeschalteter Klimaanlage auf dem Bett sitzend, in Arbeit vertieft.
Am Abend gibt es dann zum Abschluss noch einmal unser Wunschmenü und wirklich werden unsere liebsten Pastagerichte der letzten beiden Wochen hintereinander in drei aufeinanderfolgenden Gängen serviert.
„Was wird dir fehlen“, geht die Frage um. Wir überlegen eine Weile und kommen zu dem Schluss, dass einem auch nichts von hier zu Hause fehlen kann, ohne, dass es bedeutet, dass auf dieser Reise irgendetwas schlecht war. Das halte ich für das bestmögliche Ergebnis einer solchen Reise.
Mitten in der Nacht erwachte ich und haderte etwa eine Stunde mit der Sinnhaftigkeit dieses Arbeitseinsatzes auf dem Kriegsgräberfriedhof Futa-Pass. Dort sind neben dem deutschsprachigen Verwalter noch drei einheimische Gärtner angestellt. Es scheint, als sei uns gar keine Sonderaufgabe zugedacht, die die zweiwöchige Anreise mit der zusätzlichen Arbeitskraft von 20 motivierten Freiwilligen rechtfertigt. Es ist ein Holzhaus zu streichen, in dem Jugendliche untergebracht werden können. Darüber hinaus sind am Wohnhaus des Verwalters Verschönerungsarbeiten mit Farbe vorzunehmen, deren Ergebnis er nur noch drei Monate genießen kann, denn dann geht er in Rente.
Heute läuten wir das Wochenende ein bei unserem freiwilligen Arbeitseinsatz auf dem deutschen Soldatenfriedhof am italienischen Futa-Pass. Gestern sagte mein Kollege Alfons zu mir: „Es braucht schon immer so eine Woche, bis man raushat, wo die wirkliche Arbeit ist und man sich am wirkungsvollsten einbringen kann.“ Da gebe ich ihm vollkommen recht. Denn auch ich muss mir wie alle anderen bei den Arbeitseinsätzen immer meine Nische suchen, wo ich meine Fähigkeiten am besten einbringe. Heute fahre ich wohl wieder den ganzen Tag Traktor. Ich würde auch gerne mit der Motorsense Reihe für Reihe die Grabsteine freischneiden. Dabei habe ich mir nämlich immer meine Musikkopfhörer aufgesetzt und Musik gehört. Die Kopfhörer blenden den Lärm des Gerätes auch aus.
Heute traten wir die Heimreise an. Schon in Italien verabschiedete ich mich von einigen Teilnehmern des Work Camps, die separat abeisten. Ich freute mich auf die Fahrt, denn hier konnte ich in aller Ruhe viele Dinge am Laptop aufarbeiten, die in den letzten Wochen liegen geblieben waren. Nur mein Rücken machte mir zu schaffen. Die Matratze im Hotel, das Geholpere auf dem Traktor und nun das lange Sitzen im Bus hat meinem Rücken nicht gutgetan. Wir schieben uns lange durch den zähfließenden Verkehr und den Stau, den einmal ein Auffahrunfall und später der Brenner-Pass verursacht.
Heute traten wir die Heimreise an. Schon in Italien verabschiedete ich mich von einigen Teilnehmern des Work Camps, die separat abeisten. Ich freute mich auf die Fahrt, denn hier konnte ich in aller Ruhe viele Dinge am Laptop aufarbeiten, die in den letzten Wochen liegen geblieben waren. Nur mein Rücken machte mir zu schaffen. Die Matratze im Hotel, das Geholpere auf dem Traktor und nun das lange Sitzen im Bus hat meinem Rücken nicht gutgetan. Wir schieben uns lange durch den zähfließenden Verkehr und den Stau, den einmal ein Auffahrunfall und später der Brenner-Pass verursacht.
Das Home Office auf dem Mont d'Huisnes in der Normandie ist eingerichtet – zumindest provisorisch.
Heute ist der Tag der Abschlusszeremonie auf dem deutschen Soldatenfriedhof von Klaipėda/Memel. Es wird aber auch ein Tag der Kontroverse werden.
Wie ich mich beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge engagiere – und warum aus einem ersten freiwilligen Einsatz eine immer größere Aufgabe geworden ist.
Bei diesem freiwilligen Arbeitseinsatz auf der deutschen Kriegsgräberstätte Ysselsteyn sind wir Teilnehmer nicht in einem Hotel sondern in den Unterkünften der dazugehörigen Jugendbegegnungsstätte untergebracht. Der Herbst ist auch in Holland angekommen und die Nacht war etwas kälter, als ich mir gewünscht hätte. Am Morgen wurden die in der kommenden Woche zu verrichtenden Arbeiten vorgetragen: Auf dem Friedhof sind Äste und Zweige, die die Stürme dorthin getragen hatten, zusammen zu räumen. In den Betten vor dem Informationszentrum sind Gräben für ein Bewässerungssystem auszuheben und Unkraut zu jäten. Das Sichtmauerwerk des Eingangsbereichs muss neu verfugt werden. Ob sich jemand mit dem Mauern auskenne? Hier hob ich die Hand.
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In der zweiten Staffel meines Reisepodcasts „Voyage to Go“ werde ich Teil der Besatzung des Segelschulschiffs Alexander von Humboldt II . Von Bremerhaven aus geht es durch die Nordsee bis vor die schottische Küste – mit Wachdienst, Segelmanövern, eisigen Nächten, Seekrankheit und einer Begegnung...
Mit dem Motorrad durch die kolumbianischen Anden: La Vuelta Colombiana führt über spektakuläre Hochgebirgspässe, durch schlammigen Dschungel und trockene Wüsten – eine Reise voller Abenteuer, Begegnungen und beeindruckender Landschaften.
Mit Voyage to Go lade ich meine Hörerinnen und Hörer ein, mich auf meinen Reisen zu begleiten. Authentische Erlebnisse, spannende Begegnungen und fundierte Hintergrundinformationen machen jede Staffel zu einer akustischen Entdeckungsreise.
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