Singapur- Gestern Morgen bin ich in einer Hütte an einem einsamen Strand im Südchinesischen Meer aufgewacht. Heute wache ich gewissermaßen in einem Schrank in Singapur auf. Ich habe mich lange umgeschaut, wo ich hier in Singapur eine gute Übernachtungsmöglichkeit finde. Das ist eine Herausforderung, denn mein Besuch in Singapur fällt zusammen mit dem Chinesischen Neujahrsfest, so dass die Preise der Hotels in den kommenden Tagen in die Höhe schießen. Für eine Nacht in einem mittelmäßigen Hotel kann ich so viel ausgeben, wie für die Hütte, die ich die ganze letzte Woche gemietet hatte. Deswegen habe ich mich hier in Singapur dazu entschieden in einem sogenannten Kapselhotel zu übernachten.
Reisewissen:
Singapur - Seit Anfang Dezember war der Kino-Abend gestern meine einzige Kulturveranstaltung auf dieser Reise. Doch nun geht es steil bergauf. Denn heute Abend bin ich in die Esplanade Concert Hall zum Gala-Abend des Singapore Symphony Orchestras eingeladen, dass dort Stücke von Mahler und Strauss gibt. Ein Bekannter von mir ist Hornist in dem Ensemble und hat mir eine Karte geschenkt.
Singapur - Mein Kapselhotel liegt in der Circular Road ganz in der Nähe des Singapore River. Das ist einer der ältesten Stadtteile von Singapur. Hier findet man noch die ursprünglichen zweigeschossigen chinesischen Wohn- und Geschäftshäuser, mit Ladengeschäft im Erdgeschoss und den Wohnungen darüber. Die letzte Woche habe ich auf der Insel Tioman verbracht und meine Speisekarte war dort an diesem einsamen Strand sehr eingeschränkt. Hier in Singapur kann ich wieder aus den Vollen schöpfen, frühstücke eine köstliche Nudelsuppe mit hausgemachten Fischbällchen und genieße einen Becher frischen Kaffee. Hier am Boat Quay kann man noch etwas vom alten Singapur spüren, wenn man darauf achtet. Aus der Zeit vor der Unabhängigkeit von Malaysia im Jahr 1965 und dem Beginn der Boom-Zeit für den Insel- und Stadtstaat.
Doch heute werde ich zuerst das neue Singapur erkunden und meinen Bekannten Ralf besuchen, der vor kurzem nach Singapur ausgewandert ist. Er wohnt im Norden Singapurs in Yishun. Schon gestern habe ich diese riesige Planstadt mit Apartmentblöcken durch das Fenster der Hochbahn gesehen und fühlte mich sofort an unsere Plattenbau-Wohnsilos erinnert – mit allen negativen Assoziationen. Doch Yishun ist keine abgehängte Vorstadt, sondern hat eine eigene Bahnstation, die in das Northpoint City- Einkaufszentrum mündet. Das Wort „Einkaufszentrum“ trifft es dabei eigentlich gar nicht. Das Wort „City“ ist keine Übertreibung, denn hier drinnen ist es wie in einer eigenen Stadt. Bis eben war ich noch gut in der Zeit, denn ich möchte Ralf in seiner Wohnung abholen und mit ihm zusammen Mittagessen. Doch in der Northpoint City verlaufe ich mich hoffnungslos und verliere fast eine halbe Stunde.
Die Wohn-Blöcke sind hier durchnummeriert und als ich endlich den Ausgang aus der Konsum-Stadt finde, steht dort eine Tafel, die die Wegeverbindungen von durch die Blöcke 1-1000 weist. Es gibt zahlreiche Busverbindungen, Fuß und Radwege abseits der Hauptstraße durch singapurisch-akkurat gepflegtes Grün. Singapur liegt nur ein Grad über dem Äquator. Hier ist es nicht schwer für üppige Gartenlandschaften zu sorgen, wenn man will. In Yishun wollte man es. Abseits der Hauptstraßen ist es ruhig und fast wie in einer Parklandschaft mit bunt bemalten Wohnblöcken.
Singapur ist sauber. Auch die Taubenplage, die in fast allen Großstädten der Welt Probleme für Menschen, Tiere und Gebäude mit sich bringt, ist in Singapur einigermaßen unter Kontrolle. Die riesigen Taubenpopulationen, die es in manchen Städten gibt, werden erst durch den Menschen und herumliegende Essensreste oder wahlloses Füttern aus falschem Mitleid möglich gemacht. In Singapur geht man besonders gegen das unsinnige Taubenfüttern rigide vor.
10.000 Singapur Dollar sind immerhin fast 7000 Euro.
Den ganzen Nachmittag zeigt mir Ralf das Stadtviertel Yishun und seine Infrastruktur. Die Foodcourts, Märkte und Kulturzentren. Auf dem Rückweg entscheide ich mich noch einmal mein Glück in der Northpoint City zu versuchen und mir strukturierter einem Weg durch diese Einkaufs- und Entertainment-Stadt zu suchen. Im Foodcourt esse ich zu Abend, verbringe einige zeit in einem herrlichen Massagesessel und sehe mir dann im Kino die Fortsetzung des Animations-Sience Fiction „Avater: The Way of Water“ an. Dreieinhalb Stunden später verlasse ich mit tauben Zehen und durchgefroren den eiskalten Kinosaal. Bis ich nun den Bahnhof gefunden habe, ist dort der letzte Zug abgefahren. Eine lange Strecke muss ich dann laufen und den Rest für eine ärgerliche Summe mit dem Taxi zurück in mein Kapselhotel fahren. Der Öffentliche Personennahverkehr in Singapur ist super. Aber nur bis Mitternacht.
Heute wurde ich aus dem Paradies vertrieben. Das hatte ich bislang im Funan Einkaufszentrum in der Nähe des Singapore River gefunden. Üblicherweise sind die Starbucks-Cafés die üblichen Arbeitsplätze für Menschen, die in einer fremden Stadt ohne eigenes Büro digital arbeiten müssen. Hier gibt es WLAN und teuren Kaffee, dafür wird man aber auch in Ruhe gelassen und kann so lange vor dem Laptop sitzen, wie man möchte. In dem kleinen Starbucks direkt am Fluss, den ich zunächst gefunden hatte, gab es aber kein Klo, was für mich mit dem Kaffeetrinken unvereinbar ist.
Heute geht unsere Reise weiter und wir ziehen zusammen in die Wildnis des ältesten Urwaldes der Welt, in den Tama Negara im Herzen der malaiischen Halbinsel. Doch vorher werde ich mitten in der Nacht auf der Landstraße ausgesetzt.
Heute geht unsere Reise weiter und wir verlassen den tropischen Regenwald und machen uns auf den Weg zur malaysischen Ostküste und auf die Insel Tioman, die als eine der schönsten Inseln der Welt gilt.
Die 18. Folge meines Reisepodcasts Voyage 2 Go mit der Fortsetzung meiner Tiger Tour durch Südostasien
"Der Weg ist das Ziel, dabei sein ist alles", lautet das Motto dieses Reisepodcasts. Ab dieser Folge geht mehr dabei sein kaum noch, denn nun seid ihr quasi mit auf meiner aktuellen Reise dabei und reist mit mir woche für woche durch Südostasien. Von nun an werde ich nich mehr von der Reise berichten, von der ich gerade zurück gekommen bin, sondern von der, die ich gerade aktuell selbst erlebe. Ihr seid als jetzt live dabei und könnt mit mir mitreisen auf meiner Tiger Tour durch Südostasien.
Meine Tiger Tour durch Südostasien geht weiter. In dieser Folge verlassen wir Thailands Metropole Bangkok und fahren mit einem Zug der alten Schule in die Provinz Kanchanaburi – in Thailands Wilden Westen. Dort steige ich um auf ein Motorrad und erlebe ein erstes Dschungel-Abenteuer im Erawan Nationalpark. Ich trete durch eine Felsspalte eine kleine Reise zum Mittelpunkt der Erde an und in einer geografischen Sackgasse treffe ich das Volk der Mon.
In dieser Podcast-Folge erzähle ich euch, wie es sich begab, dass ich von den thailändischen Bergwäldern zum fetten Meister von Penang kam.
Heute geht unsere Reise weiter und wir setzen wieder über an das malaysische Festland, fahren weiter in den Süden, und dort wieder mit der Fähre auf eine Dschungelinsel namens Pangkor.
In der letzten Folge sind wir zusammen auf der Dschungelinsel Pangkor vor der Westküste der malaiischen Halbinsel gewesen. Ich wurde dort fast von einem Affen beklaut und habe ich über die lustigen Nashornvögel gefreut. In dieser Folge geht unsere Reise weiter in die Stadt Ipoh. Sie ist das malaysische Gegenstück zu den Goldgräberstädten des amerikanischen Westens. Nur 100 Jahre währte hier der Zinnrausch, machte viele Menschen reich und Ipoh zur bedeutenden Metropole. Lange überlegten hier die malaiischen Häuptlinge, wie sie den rücksichtslosen britischen Gesandten um die Ecke brigen sollten. Schließlich fanden sie eine Lösung und seitdem ist Ipoh um ein Bauwerk reicher. Außerdem muss ich mich mit einer Regelung auseinandersetzen, bei der unklar ist, ob sie auf mich Anwendung findet. Denn Händchenhalten kostet in Ipoh 200 Euro Strafe.
Mit dem Motorrad durch die kolumbianischen Anden: La Vuelta Colombiana führt über spektakuläre Hochgebirgspässe, durch schlammigen Dschungel und trockene Wüsten – eine Reise voller Abenteuer, Begegnungen und beeindruckender Landschaften.
Mit Voyage to Go lade ich meine Hörerinnen und Hörer ein, mich auf meinen Reisen zu begleiten. Authentische Erlebnisse, spannende Begegnungen und fundierte Hintergrundinformationen machen jede Staffel zu einer akustischen Entdeckungsreise.
Menschen, Reisen und Geschichte – das sind die Themen meiner Podcasts. Was mit einem Format für die Aidshilfe Frankfurt begann, hat sich zu mehreren Podcast-Reihen entwickelt, die heute auf den großen Podcast-Plattformen und auch in englischer Sprache veröffentlicht werden.
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