In der Nacht hatte ich furchtbare Halsschmerzen. Es kann sein, dass ich mir im Kapselhotel in Singapur Corona eingefangen habe. Bei der letzten Corona-Infektion fühlt sich das nämlich genauso an. Zum chinesischen Neujahrsfest sind viele Chinesen in Singapur unterwegs gewesen, von denen die meisten wegen des knallharten Lockdowns in China noch nie mit Corona konfrontiert waren und nun mit hohen Infektionszahlen umherreisen.
Vielleicht waren es aber auch die eiskalten Stunden auf der Fähre. Oder beides. Auf jeden Fall bin ich krank.
Hier gibt es alle Bilder zu den einzelnen Folgen meiner Tiger Tour durch Südostasien, auf der ihr in meinem Reisepodcast Voyage 2 Go von Folge 5 bis Folge 19 mit mir unterwegs wart:
Es ist kaum zu glauben, dass ich noch vorgestern meine Zelte abbrechen und von der Insel Samosir im Tobasee flüchten wollte, um meine Ruhe im Dschungel in der Gegend von Ketambe in Nord-Sumatra zu finden. Heute, nach der vierten Nacht in Tuktuk, dem kleinen Ort an der Ostseite der Insel, spaziere ich zwei Stunden umher und überschlage mich innerlich mit Lobpreisungen für die Harmonie des Ortes und die Lebensfreude und den liebevollen Umgang der Batak-Bewohner miteinander. Gleichzeitig rechne ich im Kopf aus, wieviele Tage ich noch maximal hierbleiben kann, bis ich weiter in den Norden von Sumatra muss, um von dort in mehreren Etappen meine Heimreise anzutreten.
Seltsam, wie wankelmütig ich bin.
Heute Morgen um neun holt mich Roni mit seinem Motorrad ab. Mit ihm zusammen will ich mir heute einiges in der Umgebung von Bukittingi ansehen. Ich habe meinen eigenen Helm dabei und bin gut für eine Motorradtour ausgerüstet. Roni schlägt vor, dass wir heute aber kein Kulturprogramm machen, sondern uns die größten Blumen der Welt anschauen, von denen einige Sorten hier in der Gegend wachsen.
Ich bin im Bamboosa Guesthouse in Bukittingi untergekommen. Es ist eigentlich kein Guesthouse, sondern wohl eher ein Homestay. Zwei Schlafzimmer sind wohl zu vermieten, eines davon habe ich. Ich putze aber erst mal Zähne, dusche und verkrieche mich ins Bett, um den dringend benötigten Schlaf nachzuhole , den ich heute Nacht auf der Busfahrt nicht bekommen habe. Tief und fest schlafe ich bin die Muezzine, es sind bestimmt ein halbes Dutzend in der Umgebung, um halb eins über Lautsprecher eine halbe Stunde zum Gebet rufen. Ich habe meine besten Ohrenstöpsel drin und trotzdem kann man so nicht schlafen. Morgen früh um kurz nach fünf werden sie das wieder tun und dann eine gute Stunde später nochmal. Das wird sich in meiner Zeit in Indonesien auf Sumatra nicht ändern. Ich will ja noch nach Banda Aceh hoch, dort gilt die Scharia und die Muezzine werden bestimmt nicht weniger.
Das kleine bisschen Luxus, nämlich ein breiteres Bett in meinem Kapselhotel, konnte ich gar nicht richtig genießen. Denn nachts um halb zwei viel eine rücksichtslose Horde südamerikanischer Frauen ein, die rupolterten und plärrten, als gehöre ihnen der Schlafraum. Mit diesem Kapselhotel war ich auch echt durch. In Japan fand ich sie so angenehm, aber dort waren ebe auch Japaner, die viel rücksichtsvoller sind. Mit der lauten, unbedachten Art von uns aus dem Westen, kommt man sich in so einem Kapselhotel mehr vor wie in einer Lagerbarracke. Überall fliegt der Müll rum.
Der vierte Tag auf der Insel im Tobasee nach der dritten Nacht. Langsam stellt sich Routine ein. Solider Nachtschlaf, um dann morgens um viertel nach sechs von einem Poltern und Schlagen geweckt zu werden, als räumte jemand Möbel um. Weil das selbst in Indonesien niemand macht, bin ich mal auf den Balkon gegangen, um nachzusehen. Es sind wohl die Boote an der Ufer-Mauer, an deren Rumpf die Wellen klatschen.
Die indonesischen Gäste in meiner Pension haben heute Nacht bis ein Uhr morgens lautstark gefeiert. Oder vielleicht haben sie auch einfach nur zusammen gesessen. Ich hatte einen Moment überlegt, ob ich mich darüber ärgern soll, aber im Grunde ist es genau richtig so. Immerhin ging es nur bis eins. Wenn ich mich zurück erinnere, wie oft wir ohne einen Gedanken an andere zu verschwenden bis zum Morgengrauen durchgesungen haben.
Ich habe den ersten perfekten Tag auf Samsosir, der idyllischen Insel im Tobasee, hinter mir. Nach einer Nacht mit fast zehn Stunden Schlaf bin ich erst um viertel vor neun am Morgen aufgewacht. Wahrscheinlich bin ich nach dieser sechsten Nacht das erste Ma richtig ausgeschlafen. Es liegt sicherlich an meiner Wanderung, die ich gestern unternommen habe. Es ist für mich kein Geheimnis, dass ich nur gut schlafen, wen ich mich den Tag über etwas bewegt habe.
Auf der Insel Ogygia hielt die Nymphe Kalypso den schiffbrüchigen Odysseus jahrelang bei sich fest. Mit diesem Vergleich greife ich natürlich gleich ganz oben ins literarische Regal, aber der Vergleich kam mir heute in den Sinn, als ich darüber nachdachte, wann, wie und wohin ich von der Insel Samosir weiterreise. Auch Osysseus wollte ja eigentlich heim nach Ithaka ud bliebe doch auf der Insel der Kalypso.
Gestern war ein harter Tag. Einer der ungemütlichsten der ganzen Reise. Aber dafür auch einer der besten. Einen Tag nass, durchgefroren und hungrig im Urwald auszuharren, um auf das Blühen einer Riesenpflanze zu warten, hat erwartungsgemäß nicht zur Linderung meiner Erkältung beigetragen. Trotzdem habe ich mit Roni, meinem Führer gestern rvereinbart, das wir heute einen weiteren Ausflug in die Umgebung unternehmen. Doch noch rechtzeitig ist die Vernunft bei mir eingekehrt, vor allem, weil ich Schmerzen in den Bronchien bekommen habe und mir bewusst wird, dass eine Lungenentzündung drohen kann, wenn ich es weiter übertreibe. Ständig kalt, selten trocken und seit Tagen nur stundenweise Schlaf.
Als ich um 20 vor fünf am nächsten Morgen das erste Mal vom Muezzin geweckt werde, bekommt Roni diese WhatsApp von mir:
Das war die richtige Entscheidung und der folgende stundenlange Schlaf ist eine Wohltat. In den wachen Momenten bringe ich auch etwas Ordnung in mein Gepäck und Kleidung. Meine Hose ist bis zu den Knien mit Schlamm verschmiert. Ich unternehme einen Versuch, sie unter der Dusche zu Waschen, aber bei so viel Schmutz ist das aussichtslos. Um die Mittagszeit packe ich mein kleines Mikrofaser-Handtuch als Taschentuch ein, stopfe die nasse Schlammhose und ein anderes lange getragenens Shirt in eine Plastiktüte und mache mich auf die Suche nach einer Wäscherei. Davon gibt es hier an jeder Ecke eine. Eine Express-Reinigung meiner beiden Kleidungsstücke kostet 30.000 Rupien - also 1,80 Euro. Zum Mittagessen gibt es in einer Holzhütte, die ein Restaurant ist Mie Goreng (gebratene Nudeln), die, soweit ich es schmecken kann, ganz gut sind. Mehrere Gäste wollen sich mit mir unterhalten, aber ich grüße nur anstandshalber und versuche durch möglichst viel Schniefen wortlos zu verstehen zu geben, dass ich krank bin und man mir meine Ruhe lassen möge. Immerhin das gelingt.
Den Rest des Tages hüte ich das Bett und ich fühle mich tatsächlich immer besser. Am Abend kann ich Roni schreiben, dass wir morgen wieder auf Tour gehen können. Ich bin ohnehin auf seine Unterstützung angewiesen, denn er muss mir noch ein Busticket für meine Weiterreise organisieren. Für ihn ist das eine Leichtigkeit. Ich müsste dagegen zum Busterminal laufen und dort radebrechend die Busverbindungen erfragen. In meinem Reiseführer habe ich nicht einmal eine Direktverbindung gefunden. Als nächstes möchte ich nämlich auf eine Insel im Toba-See. Das ist ein riesiger Kratersee in einem erloschenen Vulkan, in dem eine Insel von der Größe Singapurs liegt. Wenn ich hier schon einen Reseführer aus Fleisch und Blut habe, den ich alles fragen und der mir alles organisieren kann, dann sollte ich den bestmöglichen Nutzen daraus ziehen.
Ich lese viel in Wilfried Erdmanns Buch "Alleine gegen den Wind", in dem er seine Weltumsegelung auf der Südpolarroute gegen die vorherschende Windrichtung nach Westen dokumentiert. Ein unglaubliche Leistung und sehr ehrlich geschrieben. Am Abend spaziere ich wieder zur Reinigung und hole meine frische Wäsche ab. Sie ist so fein zusammengelegt und eingepackt, dass ich sie sicherlich eine Weile überhaupt nicht tragen werde, weil es so schön ordentlich aussieht.
Meine Unterwäsche und meine Socken wasche ich übrigens trotzdem mit der Had unter der Dusche. Das habe ich in Thailand gelernt, dass es nicht üblich ist Unterwäsche in die Wäscherei zu geben. Es ist auch kein Problem für mich sie zu waschen und ich habe mein eigenes Express-System. Dabei zeige ich ir die Socken wie zwei Handschue über die Hände, reibe sie ordentlich mit Seife ein und Wasche dann ganz normal meine Unterwäsche. Am Ende ist alles sauber und es schon die Haut der Hände. Übrigens: Es gibt noch eine zweite Stufe dieses Express-Systems, bei dem sich gleichzeitig auch noch die Körperwäsche dabei erledigen lässt. Dann benutzt man die Socken-Handschuhe erst als Waschlappen und danach zum Wäschewaschen. Wenn es sehr schnell gehen muss, dann habe ich das auch schon so gemacht. Aber heute muss es zum Glück nicht schnell gehen.
Ein Reisetag mit fast 1000 Kilometern zu Wasser und Land liegt hinter mir. Weil ich gestern von der indonesischen Insel Batam nicht mehr weiter gekommen bin, konnte ich erst heute meine Weiterreise auf die Hauptinsel Sumatra antreten. Gestern Abend hatteich mich schon mit dem Taxifahrer, der mich auch schon gestern zu meiner Unterkunft gefahren hatte, verabredet, dass er mich nach dem Morgengebet am Hotel abholt und zum Fährterminal bringt. Ich finde es etwas früh, aber auf eine Vietelstunde kommt es auch nicht drauf an. Um 20 vor fünf ruft der Muezzin zum Gebet und weckt mich. Um halb sechs tut das gleiche dann noch einmal mein Wecker. Um sechs Uhr steige ich ins Auto zum Hafen.
Drei Gründe sehe ich für die Entscheidung, die ich heute Morgen getroffen habe:
Deutsche Bürger haben die Möglichkeit, für ihren Aufenthalt in Indonesien, abhängig vom Zweck, der Reiseroute und der Dauer, entweder bei der Einreise ein "Visa on Arrival" zu erhalten oder vor der Einreise bei der entsprechenden Auslandsvertretung der Republik Indonesien ein Visum zu beantragen, sofern sie im Besitz eines gültigen Reisepasses sind. Noch einfacher geht es hier.
In den Stunden vor Morgengrauen gelingen mir zwei Stunden Schlaf, dann nähern wir uns meinem Etappenziel: Bukittinggi auf der Westseite Sumatras. Dieses Mal verpasse ich meinen Ausstieg nicht und steige sogar an einer recht günstigen Stelle aus. Noch zwei Kilometer schleppe ich mein Gepäck durch schmale Gassen, in denen mir Kinder auf dem Weg zur Schule entgegenkommen. Ich finde auch schnell meine Unterkunft. Es ist kein richtiges Hotel, sondern ein Homestay. Das heißt, man übernachtet bei Einheimischen in deren Haus. In diesem Fall wohnen oben die Großeltern und unten habe ich ein kleines Zimmer mit Bad.
Es ist unübersehbar, wie viele Frauen hier in Indonesien (und vorher auch schon in Malaysia) schlimme Akne haben oder davon gezeichnet sind. Das ist besonders bedauerlich, weil sie wegen der islamischen Bekleidungsvorschriften sowieso nur ihr Gesicht zeigen dürfen. Ich führe es auf die Ernährung zurück, denn in Thailand und Singapur, wo es mehr Vielfalt beim Essen gibt, ist mir das nicht aufgefallen. Gebratener Reis oder Nudeln sind in Indonesien und Malaysia Basisgerichte und oft wie auch diese selbstgemachte Saté-"Soße" süß wie Nutella.
Nach acht Stunden in der eiskalten Fähre entlang der Küste von Sumatra gehe ich den Anleger der Hafenstadt Dumai entlang und spüre weder meine Zehen noch meine Fingerspitzen. Sie sind taub gefroren. Den Indonesiern, die mit mir auf dem Schiff waren, hat die Kälte offenbar nichts ausgemacht. Für mich ist es immer noch ein Mysterium, weshalb die Bewohner einer Tropeninsel im T-Shirt dasitzen können, während ich als Eingeborene Mitteleuropas mich kaputt friere. Meine aktuelle Theorie ist, dass die Klimaanlagen-Kälte anders empfunden wird.
Für mich fühlt sie sich definitiv kalt an.
Gestern Abend habe ich noch versucht im Ort etwas zu Abend zu essen und eine indonesische SIM-Karte für mein Handy zu bekommen. Nur eines davon ist mir gelungen. Ich bin auf eine neue indonesische Variante einer Suppe gestoßen, von der ich hoffe, dass sie mir auf dieser Reise am besten täglich begegnet. Sie heißt Bakso. Bakso heißt auf Deutsch Bällchen. Es ist also eine Nudelsuppe mir Rindfleischbällchen, die in vielerlei Weise und Größe hergestellt werden.
Die 18. Folge meines Reisepodcasts Voyage 2 Go mit der Fortsetzung meiner Tiger Tour durch Südostasien
Mit dem Motorrad durch die kolumbianischen Anden: La Vuelta Colombiana führt über spektakuläre Hochgebirgspässe, durch schlammigen Dschungel und trockene Wüsten – eine Reise voller Abenteuer, Begegnungen und beeindruckender Landschaften.
Mit Voyage to Go lade ich meine Hörerinnen und Hörer ein, mich auf meinen Reisen zu begleiten. Authentische Erlebnisse, spannende Begegnungen und fundierte Hintergrundinformationen machen jede Staffel zu einer akustischen Entdeckungsreise.
Menschen, Reisen und Geschichte – das sind die Themen meiner Podcasts. Was mit einem Format für die Aidshilfe Frankfurt begann, hat sich zu mehreren Podcast-Reihen entwickelt, die heute auf den großen Podcast-Plattformen und auch in englischer Sprache veröffentlicht werden.
Ein falscher Strand, ein verschwundener Pfad und stundenlanger Kampf durch den Dschungel. Am Ende: Musik, Erschöpfung – und ein stilles Glück auf Taha’a.
Rauer Seegang, wenig Schlaf und ein Wiedersehen im Hafen: Tag 27 bringt mich zurück nach Tahiti.
Ein Roller, eine Insel und ein Tag voller kleiner Entscheidungen. Und am Ende eine Absage, die sich nicht wie ein Verlust anfühlt, sondern wie ein leiser Ruf zurück zu dem, was von Anfang an gemeint...
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Die 50. Episode von Voyage2Go History führt euch tief in das Herz der mysteriösen Osterinsel (Rapa Nui). Georg Forster und die Crew der HMS Resolution erforschen die berühmten Moai, die gigantischen Steinstatuen, deren Ursprung und Bedeutung bis heute Rätsel aufgeben.
In der 37. Podcast-Folge verlassen sie das Riff der Insel Raiatea, das zu den Gesellschaftsinseln gehört, und steuern nach West-Süd-West. Obwohl sie erst vor einem Monat auf Tahiti angekommen sind, haben sie sich bereits von der anstrengenden Reise erholt, und auch die Männer, die zuvor an Skorbut litten, sind wieder gesund.
Bis in die 1930er Jahre hatte das goldene Zeitalter für die großen Bahngesellschaften bestand, denn die meisten Menschen reisten mit dem Zug durch das Land. Doch dann begann die Motorisierung breiter Bevölkerungsschichten und die Nachfrage nach Reisezugverbindungen brach ein.
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Der Pony-Express war ein als Reiterstafette organisierter Postbeförderungsdienst in den Vereinigten Staaten und für rund ein Jahr die schnellste Postverbindung in Nordamerika. Der Pony-Express nahm am 3. April 1860 den Betrieb auf.