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Queer

  • Renovierung der Bedürfnispyramide - Meine Januar-Kolumne im GAB-Magazin

    Genau genommen fängt man ja nur wieder von vorne an, die Monate zu zählen, während die gemeinsame Karussellfahrt um die Sonne Runde um Runde dreht. 2020, das Jahr, dem nicht viele Gegenargumente einfallen, wenn man es komplett verkorkst nennt, liegt hinter uns. Kaum ein Mensch lebt noch, der sich erinnern kann, wann ein Jahr uns zuletzt vor so viele neue Situationen und Herausforderungen gestellt, so viel Umdenken erzwungen, so viele neue Erfahrungen hervorgebracht hat und vieles klarer erscheinen ließ. Beispielsweise, dass eine gemütliche Jogginghose bezüglich Dauertragbarkeit den allermeisten Kleidungsstücken den Rang abläuft. In den Lockdown-Monaten hat sich aber auch das Dickicht des Alltags gelichtet. Die Ranken von sozialem Umgang, Konsum, Genuss und unerschöpflichen Freizeitangeboten wurden grob beiseitegezerrt, der Blick aufs Wesentliche frei und Raum geöffnet für die Beschäftigung mit sich selbst. Unter den Bedingungen der Corona-Pandemie kristallisierten sich nicht nur in Politik, Wirtschaft, Gesundheitssystem und Gesellschaft die jeweiligen Stärken und Schwächen heraus. Auch an uns selbst und den Menschen, die uns nahestehen, haben wir sie deutlicher wahrnehmen können. Das war nicht immer angenehm. Aber hilfreich, um die Krise tatsächlich in eine Chance für 2021 zu wenden und dafür zu nutzen, die eigenen Stärken zu stärken und an erkannten Schwächen zu arbeiten.

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  • Reparaturanleitung für alles, was nicht kaputt - Meine August-Kolumne im GAB-Magazin

    jessica purkhardt illuKann man etwas reparieren, das gar nicht kaputt ist? Das Mofa meiner Jugend würde sagen: nein.
    Es lief wie eine Nähmaschine, fuhr aber zu meinem damaligen Bedauern auch nur unwesentlich schneller. Deshalb fummelte ich so lange daran herum, bis es noch langsamer fuhr, dann nicht mehr ansprang und schlussendlich doch kaputt war.

    Das war mir eine Lehre, die ich seitdem auf viele andere Alltagsbereiche anwende. Entsprechend habe ich nie verstanden, weshalb Menschen, die nicht krank sind, behandelt werden müssen und die Solidargemeinschaft der Krankenkassen auch noch dafür aufkommt.

    In diesem Jahr ist es 25 Jahre her, dass in Deutschland der Paragraf 175 des Strafgesetzbuches abgeschafft wurde. Schon vier Jahre zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität von der Liste der psychischen Krankheiten gestrichen.
    Trotzdem war es hierzulande weitere 29 Jahre lang erlaubt, gesunde aber gleichgeschlechtlich begehrende Menschen mit sogenannten Konversionstherapien in die Hetero- oder Asexualität pressen zu wollen. 

    Es ist höchste Zeit, dass jetzt ernsthaft ein Verbot dieser Quälerei angestrebt wird, in einem Land, in dem die Sicherheitsbestimmungen ansonsten gerne mal in die Bevormundung hineinreichen.
    Warum das so lange gedauert hat? Nach meiner Diagnose waren früher wohl bei einigen Verantwortlichen entweder der Vergaser verstopft oder die Kolbenringe verschlissen.

  • Reparaturanleitung für alles, was nicht kaputt - Meine August-Kolumne im GAB-Magazin

    Kann man etwas reparieren, das gar nicht kaputt ist? Das Mofa meiner Jugend würde sagen: nein.
    Es lief wie eine Nähmaschine, fuhr aber zu meinem damaligen Bedauern auch nur unwesentlich schneller. Deshalb fummelte ich so lange daran herum, bis es noch langsamer fuhr, dann nicht mehr ansprang und schlussendlich doch kaputt war.

    Das war mir eine Lehre, die ich seitdem auf viele andere Alltagsbereiche anwende. Entsprechend habe ich nie verstanden, weshalb Menschen, die nicht krank sind, behandelt werden müssen und die Solidargemeinschaft der Krankenkassen auch noch dafür aufkommt.

    In diesem Jahr ist es 25 Jahre her, dass in Deutschland der Paragraf 175 des Strafgesetzbuches abgeschafft wurde. Schon vier Jahre zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität von der Liste der psychischen Krankheiten gestrichen.
    Trotzdem war es hierzulande weitere 29 Jahre lang erlaubt, gesunde aber gleichgeschlechtlich begehrende Menschen mit sogenannten Konversionstherapien in die Hetero- oder Asexualität pressen zu wollen. 

    Es ist höchste Zeit, dass jetzt ernsthaft ein Verbot dieser Quälerei angestrebt wird, in einem Land, in dem die Sicherheitsbestimmungen ansonsten gerne mal in die Bevormundung hineinreichen.
    Warum das so lange gedauert hat? Nach meiner Diagnose waren früher wohl bei einigen Verantwortlichen entweder der Vergaser verstopft oder die Kolbenringe verschlissen.

  • Risse im Wir – Meine Mai-Kolumne im GAB-Magazin

    In dieser Ausgabe von „Zwischen den Zeilen“ denkt Jessica Purkhardt darüber nach, wie die LGBTIQ*-Community zwischen Spaltung und Dialog balancieren muss, um nicht an politischer Entfremdung zu zerbrechen.

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  • Sattelfeste Szene - Meine März-Kolumne im GAB-Magazin

    Selbstverständlich lassen sich Plexiglasscheiben nicht in das Gestaltungskonzept schwuler Bars einfügen, ohne dass die Ästhetik den virologischen Notwendigkeiten auf halbem Wege entgegenkommen muss. Aber es geht. Steht das Führen von schriftlichen Anwesenheitslisten im Widerspruch zu der besonders in queeren Lokalen wichtigen Diskretion? Aber Hallo! Wie viel Freude macht es Szene-Gastronom*innen, die ihren Gäst*innen einfach nur eine schöne Zeit geben wollen, sie an der Eingangstür abzufangen, um zuerst Impfzertifikate und Personalausweise kontrollieren zu müssen? Gar keine.
    Zwei harte Lockdowns haben viele queere Gastro-Betriebe an den finanziellen Abgrund getrieben und manche auch einen Schritt weiter. Das bisweilen monatelange Warten auf die versprochenen staatlichen Unterstützungszahlungen vertrieben sich die Wirt*innen mit dem Entsorgen ihrer abgelaufenen Getränke und Lebensmittel.

    Die ganze Kolumne in der März-Ausgabe des GAB-Magazins weiterlesen

  • Schall und Rauch - Meine Mai-Kolumne im GAB-Magazin

    mit KI generiert/pexels

    Schon einen Monat lang ist Kiffen nun im Land erlaubt. Das zeigt, was alles möglich wird, wenn es nur gewollt ist. Zumindest von der Regierungsmehrheit gewollt, denn ein wirklicher Konsens zwischen den Volksparteien ließ sich bis zum Schluss nicht darüber herstellen. Zu viele der Regelungen sind so unausgegoren und unpraktikabel, dass sie an manche der erratischen Corona-Verordnungen aus der Frühphase der Pandemie erinnern. So darf man künftig seinen Joint nicht in Sichtweite von Schulen, Kitas und Sportplätzen rauchen. Eine recht unbestimmte Distanz. Dagegen war die Corona-Einschränkung, sich nicht mehr als 15 Kilometer vom Wohnort entfernen zu dürfen, zwar irrsinnig, aber immerhin vergleichsweise klar umgrenzt.

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  • Schweden: Zahl der Geschlechtsangleichungen steigt

    In diesem Jahr haben in Schweden 60 Menschen den Antrag auf eine Geschlechtsangleichende Operation gestellt. Die meisten Betroffenen können nach dem Eingriff ein besseres Leben führen, aber eine neue Studie zeigt, dass das Risiko von Selbstmord und psychischen Problemen weiterhin hoch bleibt, schreibt die Zeitung Dagens Nyheter.
    „Für die meisten Transsexuellen verbessert sich ihr Lebensalltag, aber unmittelbar nach der Operation ist es nicht einfach,“ berichtet Cecilia Dhejne, Ärztin und Wissenschaftlerin am Karolinska Universitätskrankenhaus in Huddinge, dem Blatt.

    Ihre Studie zeigte auf, dass Transsexuelle im Vergleich zu einer Kontrollgruppe ein fünfmal höheres Risiko für versuchten Selbstmord haben.
    Auch seinen sie dreimal häufiger in psychatrischer Behandlung, ist in der bisher unveröffentlichten Studie zu lesen.

    „Diese Menschen haben lange zeit im falschen Körper gelebt und das hinterlässt Spuren. Viele haben während ihrer Entwicklung mit einer unterdrückten Sexualität gelebt, wurden verspottet und leiden unter einem niedrigen Selbstwertgefühl“, so Dhejne.
    Frühere Ergebnisse aus der Wissenschaft zeigen auch, dass psychologische Probleme auch bei Transsexuellen ohne Operation häufig vorkommen.
    Transsexuelle haben auch ein dreimal höheres Risiko früher zu sterben.

    „Wir wissen nicht genau, warum. Es kann mit Suizid zu tun haben, oder aber, dass sie Hormone eingenommen haben, die den Organismus weit mehr schädigen als die, die wir heute einsetzen. Entsprechend können es dann Herzkrankheiten sein, die hinter der höheren Mortalität stehen.“
    Dennoch glauben die Forscher, dass die Mehrheit, von dem Geschlechtsangleichenden Eingriff profitiere, eine These, die von einer weiteren Studie aus Lund gestützt wird.
    Die Studie, an der 60 Personen teilnahmen, zeigte, dass fast alle nach einem Zeitraum von fünf Jahren ein besseres Leben führten. Sowohl die Arbeitssituation, ihre Beziehung als auch das Sexualleben hatten sich verbessert.
    Die Zahl der Anträge auf eine Geschlechtsangleichende Operation steigt in Schweden von Jahr zu Jahr.
    Bis zum heutigen Tag haben sich fast 700 Menschen dem Eingriff unterzogen. Die meisten von ihnen von männlich zu weiblich.

  • Selbstinszenierung und gekochte Schnecken - Meine Februar-Kolumne im GAB-Magazin

    Zwischen den ZeilenSchweißglänzende Haut über schwellenden Muskeln. Der Blick entschlossen in die Ferne gerichtet, während am Gerät mit der Gleichmäßigkeit eines Uhrwerks Stapel schwarzer Gewichtsblöcke auf und nieder surren.
    Es ist die Vorstellung vieler, die als Konsequenz aus dem zum Jahreswechsel gefassten Vorsatz, im Jahr 2018 den schon immer ersehnten Adoniskörper zu erreichen, die Fitness-Studios berennen.

    Tatsächlich findet man in den Sportstätten dann jedoch ein vollkommen anderes Bild vor. Zwar sind beinahe alle Kraftmaschinen besetzt, in Betrieb sind dabei aber vor allem die Smartphones. Als ungefähre Gesetzmäßigkeit gilt: Einem einminütigen Satz Muskelertüchtigung folgt eine Viertelstunde Facebook-Konsultation.
    Unlängst fand ich beim Betreten der Damenumkleide meines Sportstudios eine Frau vor, die nur mit Büstenhalter und linker Socke bekleidet im Raum stehend, in eine intensive WhatsApp-Konversation vertieft war und die ich auch nach meiner Rückkehr eineinhalb Stunden später in derselben Positur und Blöße antraf.

    Männer, die an der Eiweißshake-Bar des Studios das mittlerweile dritte Hefeweizen konsumierend ans klingelnde Handy gehen und nach ihrem Aufenthaltsort gefragt antworten „Ich bin im Fitness-Studio. Trainieren“, sagen zwar nicht die Unwahrheit, erzeugen aber doch am anderen Ende der Leitung ein falsches Bild.

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  • Sinnliche Ebbe statt Reizüberflutung - Meine Juni-Kolumne im GAB-Magazin

    jessica purkhardt illuGlücklich wie ein Kind, das ein Vogelnest entdeckt hat, bin ich darüber, dass endlich die Szene-Lokale teilweise und unter Einschränkungen wieder öffnen dürfen, und ich bekenne mehr mit dem Herzen als mit dem Verstand: In der pandemischen Notwendigkeit, die Orte von Subkultur und queerem Zusammensein zu schließen, habe ich eine empfindliche Störung meiner sozialen Gewohnheiten erlebt.

    Selbstverständlich haben wir alle die Zeit sinnvoll genutzt und sind vor lauter Sport nun topfit, können eine Fremdsprache mehr, haben sogar die Schränke hinten und von unten Staub gewischt, heimgewerkt und regalweise Bücher gelesen. Doch nun, muss ich gestehen, ist mein Geist von so viel Lebensmuße gesättigt wie ein rüstiger Mann vom Ruhen im warmen Sand. Man möchte aufspringen und nach so viel selbstbestimmter Annehmlichkeit auch wieder Anregung und Aufregung erfahren.

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  • Sturm in Sicht - Meine Oktober-Kolumne im GAB-Magazin

    In dieser Ausgabe von „Zwischen den Zeilen“ denkt Jessica Purkhardt darüber nach, ob queere Interessen nicht Mast- und Schotbruch erleiden, wenn der Kurs falsch gesetzt ist.

  • Teilen statt Herrschen – Meine September-Kolumne im GAB-Magazin

    Teilen statt Herrschen – Meine September-Kolumne im GAB-Magazin

    In dieser Ausgabe von „Zwischen den Zeilen“ denkt Jessica Purkhardt darüber nach, wie notwendig Kompromisse sind, damit Entscheidungen in einer vielfältigen Gesellschaft Bestand haben können.

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  • Thailand: Transgender dürfen im Mädchentrakt wohnen

    Durch die neue Verfassung des Königreiches Thailand dürfen die Katoey an der Bangkoker Srinakharinwirot Universität jetzt im Mädchentrakt wohnen. Der Direktor der Hochschule Wiroon Tangcharoen war Mitglied der Verfassungsgebenden Versammlung gewesen, die die neue Verfassung ausgearbeitet hatte.

  • Thailand: Transgender werden "dritte Kategorie in Thai-Armee"

    Transgender werden im thailändischen Militär ab sofort nicht mehr als geistesgestört abgestempelt. Vielmehr wird die Armee für Transsexuelle eine „Dritte Kategorie“ einführen. In Thailand muss sich jeder Mann ab 21 zur Musterung beim Militär melden. Gegenwärtig werden Katoeys, wie Transgender in Thailand auch genannt werden, wegen „Geistesgestörtheit“ abgelehnt.
    Queere Bürgerrechtsbewegungen klagen seit Jahren, dass diese Einstufung bei der Musterung Trans*-Menschen ihr ganzes Leben verfolgt, vor allem wenn sie sich mit dem Armeezeugnis um eine Arbeitsstelle bewerben oder einen Bankkredit beantragen.
    Generalleutnant General Somkiat Suthivaiyakij, der Leiter der Reserveabteilung beim Verteidigungsministerium sagte, dass die Armee mit sofortiger Wirkung auf die Einstufung als geistesgestört verzichten werde und statt dessen ein neues Wort für diese „dritte Kategorie“ finden wolle. Derzeit suche man nach einem Wort, das für Transsexuelle nicht diskriminierend sei.
    Bis das Militär sich entschieden hat, wie die neue Kategorie zu nennen ist, wird man die transsexuellen Rekruten mit der Begründung ablehnen, sie litten an einer Krankheit, die nicht innerhalb von 30 Tagen zu behandeln sei.
    „Das ist aber nur eine vorübergehende Lösung, bis das Verteidigungs- und das Innenministerium eine bessere Vokabel gefunden haben,“ sagte Somkit.
    Um wirklich in die „dritte Kategorie“ zu fallen, müssen Transgender in Thailand sich alle drei Jahre bei der Armee melden und nachweisen, dass sie wirklich als Frauen leben. Die Musterung findet in Thailand jedes Jahr im April statt. Transgender stellen dabei weniger als 1 Prozent der Rekruten.

  • The times they are a-changin‘ - Meine November-Kolumne im GAB-Magazin

    „Es ist wie es ist“, lautet eine landläufige Floskel. Dabei stimmt das gar nicht. Die Dinge ändern sich und wir uns auch. Selbstvervollkommnung sei der Naturberuf des Menschen, verkündeten einmal die Humanisten. Soweit muss man nicht gehen. Unzweifelhaft lohnend ist aber sicherlich ein gesundes Maß an Selbstreflektion und Selbstverwirklichung. Voraussetzung dafür ist jedoch, sich selbst und den eigenen Lebensentwurf gelegentlich zu hinterfragen.

    Für die allermeisten LGBT*IQ ist diese Selbst-Evaluation im Rahmen des inneren und äußeren Coming-Out-Prozesses unausweichlich. Das ist nicht leicht. War es nicht und wird es wohl auch nie sein. Gleichzeitig ist es aber gewissermaßen eine Pflicht-Chance. Denn die Mehrheit der hetero-  und cis-Personen kommt gar nicht in die Verlegenheit, sich selbst fragen zu müssen, ob man wirklich so leben möchte wie man lebt. Wenn die dann feststellen, dass Lesben, Schwule und Trans* aber so leben, dann kann das ein Gefühl der Unzufriedenheit erzeugen.

    Der Nollendorfblog-Autor Johannes Kram vermutete neulich im Gespräch mit mir, dass es auch Homophobie geben würde, wenn es gar keine Schwulen und Lesben gäbe. Der größte Teil der Homophobie sei in Wahrheit Heterofrustration.
    Ich fürchte die These hat einen wahren Kern.

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  • Tiere kommen ins Haus!

    Wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen: Mein Workshop in der Akademie Waldschlösschen findet heute im Waldsaal statt.

    20190929 Waldschlösschen Tiere web

  • Tschakka? - Meine Januar-Kolumne im GAB-Magazin

    Kolumne von Jessica Purkhardt

    Die Opfer ihrer eigenen guten Vorsätze sind in den ersten beiden Wochen des neuen Jahres besonders unübersehbar. In nagelneuer Funktionskleidung, die sie sich vor wenigen Tagen selbst unter den Weihnachtsbaum gelegt hatten, quälen sie sich über die Ufer-, Feld- und Waldwege. Begegnen sie sich, tauschen sie einen freudlosen Blick aus in dem Wissen, dass sie sich hier schon Ende Februar nicht mehr treffen werden. Denn noch schneller als pubertierende Verliebtheit ist das Strohfeuer der Neujahrsmotivation heruntergebrannt.

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  • Türsteher der Community - Meine Septmeber-Kolumne im GAB-Magazin

    Man stelle sich eine Veranstaltung vor, die daran erinnert, wie sich Lesben, Schwule und Transgender vor einem halben Jahrhundert in einem New Yorker Stadtteil die ständigen Demütigungen, Misshandlungen und Missbrauch durch homo- und transhassende Polizisten nicht mehr gefallen ließen und Widerstand leisteten. Heute, nach jahrzehntelangen Kämpfen, hat sich die deutsche Gesellschaft und auch die Polizei so weit gewandelt, dass sich polizeiliche Ansprechpartner für die Belange von LGBTIQ* auf diesen Veranstaltungen zur Verfügung stellen und ein Mitarbeiternetzwerk lesbischer und schwuler Polizeibediensteter über seine Arbeit informiert. Man könnte denken: Ende gut, alles gut. Aber jetzt kommt’s: Die Gesellschaft hat sich in jüngster Zeit noch weiter gewandelt. So weit, dass nun auf diesen Events vielerorts kleine Gruppen gegen die Anwesenheit von Menschen, die bei der Polizei arbeiten, protestieren. „No Cops at Pride“ verlangen sie, was viele um sie herum verdutzt. Hatte man nicht eben erst in der Rhein-Main-Community mehr Schutz durch die Polizei vor homo- und trans*feindlichen Übergriffen gefordert? Wie passt das bitte zusammen? Gar nicht. Es ist vielmehr ein Zeichen, dass nicht nur LGBTIQ* in der Gesellschaft angekommen sind, sondern nun auch die Gesellschaft bei den LGBTIQ* ankommt. Mit all ihren Zerwürfnissen, zu denen sie nun auch die Positionierungen einfordert, um die sie sich lange herumgedrückt haben.

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  • USA: Transsexueller Polizist aus Utah wird voll akzeptiert

    Gute Nachrichten aus den USA. Ein Frau-zu-Mann (FzM)Transsexueller, der als Polizist in Bountiful, einem Vorort von Salt Lake City im amerikanischen Bundesstaat Utah arbeitet, hat seine Umwandlung erfolgreich abgeschlossen.

    Kerry Bell, 42, war zuvor 14 Jahre lang für das Bountiful Police Department tätig gewesen und hatte die hormonelle und chirurgische Umwandlung vor etwa eineinhalb Jahren begonnen.
    Bell, erklärte er habe sich schon immer als Mann gefühlt, sagte, er habe keine Angst gehabt, sich als Transsexuell bei seinen Polizeikollegen zu outen.

    Und wirklich: Obwohl einige der Kollegen immer noch Vergessen, jetzt männliche Personalpronomen zu benutzen, wenn sie über Bell sprechen, akzeptieren sie ihren neuen Kollegen ansonsten hundertprozentig.

    Dabei ist das alles andere als selbstverständlich bei der Tatsache, dass die meisten der 44.000 Einwohner von Bountiful Mormonen sind, die ihre Mitglieder exkommuniziert, sollten sie sich einer Geschlechtsangleichenden Operation unterziehen.

  • Vitalität der Szene - Meine Oktober-Kolumne im GAB-Magazin

    Es war mehr als Schall und Rauch, als im Jahr 1815 der Tambora im heutigen Indonesien ausbrach, 150 Kubikkilometer schwefelige Asche hoch in die Atmosphäre schleuderte, die sich in der Folge als schmutziger Aerosol-Schleier rund um den ganzen Erdball legte und das darauf folgende Jahr 1816 in der Geschichtsschreibung zum „Jahr ohne Sommer“ mit kaltem Wetter und Missernten werden ließ. Dem Sommer im Corona-Jahr 2020 kann man meteorologisch hingegen kaum Vorwürfe machen. Dürre herrschte jedoch in gesellschaftlichen Lebensbereichen, deren Verfügbarkeit wir bis dahin als selbstverständlich angesehen hatten.

    Der monatelange Shutdown von Kunst, Konzert und Bühnenspiel bescherte uns weitgehend einen „Sommer ohne Kultur“, wie niemand von uns ihn bisher gekannt hatte. Dort, wo es möglich ist, unternehmen Künstler*innen nun wieder erste zaghafte Gehversuche, um ihrem Publikum ihr Schaffen und Können zu zeigen. Allein die Organisation von Kulturveranstaltungen setzt dabei schon viel Kreativität voraus. Ohne Frage werden die kulturellen Events der kommenden Monate ungewohnt und umständlich erscheinen und wir sollten uns klar sein, dass sie nicht um der mageren staatlichen Alimentation willen stattfinden, sondern für den Applaus und Zuspruch des Publikums. So treu wie unsere Künstler*innen uns sind, sollten wir deshalb auch ihnen bleiben.

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  • Vom Sexkaufverbot - Meine Juni-Kolumne im GAB-Magazin

    Wenn Konservative und Alt-Feministinnen einer Meinung sind, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. In diesem Fall auf das Schwedische Modell – weniger verschleiert: auf ein Sexkaufverbot. Dabei handelt es sich um eine umfassende Kriminalisierung einvernehmlicher Prostitution mit dem Ziel, die Nachfrage danach einzudämmen. Besonders ist dabei, dass nur die Freier*innen bestraft werden, die Sexarbeiter*innen hingegen straffrei bleiben. Schweden führte dieses Vorgehen bereits 1999 ein und wurde so Namenspatron. Wenig überraschend gingen die Zahlen im Prostitutionsgewerbe stark zurück, denn über Nacht wurde eine ganze Branche in die Illegalität gedrängt. Viele andere westliche Länder übernahmen das Modell.

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