Jessica-Purkhardt.de

Für einen Steinfußboden unangemessen angezogen sitze ich gerade im Frankfurter Kulturausschuss, der coronabedingt im Ratskeller des Römers stattfindet. Es geht um die Standort- und Variantenuntersuchung für den Neubau der Städtischen Bühnen und ich hätte Socken anziehen sollen.

Heute bin ich in der ersten vollbesetzten, mundnasebedeckten Plenarsitzung der Stadtverordnetenversammlung, seit die Misere losging. In den gläsernen Mainarcaden der Stadtwerke, über denen gerade ein ergiebiger Landregen niedergeht.

Erst nachdem ich die Lahmacun mit allem und scharf bestellt hatte, habe ich erfahren, dass 2021 die Fashion Week in Frankfurt stattfindet und habe jetzt große Zweifel, ob ich mich bis dahin wieder auf die branchenüblichen Maße runtergehungert habe.

jessica purkhardt illu

Glücklich wie ein Kind, das ein Vogelnest entdeckt hat, bin ich darüber, dass endlich die Szene-Lokale teilweise und unter Einschränkungen wieder öffnen dürfen, und ich bekenne mehr mit dem Herzen als mit dem Verstand: In der pandemischen Notwendigkeit, die Orte von Subkultur und queerem Zusammensein zu schließen, habe ich eine empfindliche Störung meiner sozialen Gewohnheiten erlebt.

Selbstverständlich haben wir alle die Zeit sinnvoll genutzt und sind vor lauter Sport nun topfit, können eine Fremdsprache mehr, haben sogar die Schränke hinten und von unten Staub gewischt, heimgewerkt und regalweise Bücher gelesen. Doch nun, muss ich gestehen, ist mein Geist von so viel Lebensmuße gesättigt wie ein rüstiger Mann vom Ruhen im warmen Sand. Man möchte aufspringen und nach so viel selbstbestimmter Annehmlichkeit auch wieder Anregung und Aufregung erfahren.

Die ganze Kolumne weiterlesen im GAB-Magazin

Seite 3 von 141

Jessica auf Twitter

Recht & Sicherheit

Meine Arbeit im Ausschuss für Recht, Sicherheit, Verwaltung und Personal

Kultur

Meine Arbeit im Ausschuss für Kultur und Freizeit

Queer

Queerpolitik und LGBT*IQ