Jessica-Purkhardt.de

Es sind vielleicht nicht direkt die Pyramiden gewesen, aber doch immerhin ich höchstselbst unter strahlend blauem Himmel vor dem Totentempel der altägyptischen Königin Hatschepsut und daneben ein Bild von mir vor stereotypen Wandmalereien aus der Pharaonenzeit.
Nur die Golden Gate Bridge, die Freiheitsstatue oder das Brandenburger Tor wären noch sinnbildlicher und eindeutiger gewesen, um meinen tatsächlichen Aufenthaltsort auszuweisen.
Und eigentlich sollte es auch nur ein ironischer Spaß sein, in einem Facebook-Post zu behaupten, ich sei an der französischen Atlantikküste bei schlechtem Wetter, während das beigefügte Bild etwas ganz anderes aussagt. Ein Sedlfie vor einer Wand mit Hieroglyphen oder einer Sphinx mit dem unnnötigen Hinweis, ich befände mich in Ägypten, war mir doch etwas zu banal.

Ich hatte nicht damit gerechnet, dass der Post und die Reaktionen darauf auch etwas über die Rezeption von Inhalten auf Facebook aussagen könnten. Vielmehr hatte ich geglaubt, dass Bilder auf dieser Social Media-Plattform immer bedeutungsstärker seien als Text. Entsprechend hatte ich mit einer Welle von Kommentaren gerechnet, die auf meinen ironischen Beitrag entsprechend reagieren. Aber aus insgesamt derzeit 50 Reaktionen kann man nur bei etwa einem Zehntel erkennen, dass der offensichtliche Widerspruch zwischen Begleittext und Bild verstanden wurde.
Es kann natürlich sein, dass es den anderen auch mit gutem Recht einfach egal ist, was dann aber wiederum bezeichnend wäre für den Wert von Reaktionen in den sozialen Medien.

Gerne würde ich so ein Mini-Experiment nochmal mit deutlicheren Voraussetzungen durchführen, dafür aber extra vor die Oper von Sydney zu fliegen, scheint mir dann doch zu aufwändig.

Außerdem bin ich gespannt, ob ich zukünftig nicht von dem Facebook-Algorithmus Werbeanzeigen zu Reisen in die französische Bretagne eingespielt bekomme.
Das wäre dann immerhin eine konsequent Reaktion auf meine Fake News.

Vom Flughafen Tan-Son-Nhat fahren Busse in die Innenstadt an den Benh-Tanh-Markt im Zentrum des Distrikt 1, in dem sowohl das Backpacker-Viertel der Pham Gnu Lao als auch die Saigoner Altstadt liegt. Wer nicht auf den Bus warten möchte und dann noch auf eigene Faust sein Guesthouse oder Hotel zu Fuß suchen möchte, nimmt  lieber ein Taxi. 

Damit man nicht zviel bezahlt, sich aber auch nervenaufreibendes Verhandeln in der schwülen Hitze des Ankunftsbereiches erspart, hier einige Hinweise:

  1. Wie überall in Südostasien erwarten einen auch im Ankunftsbereich des Saigoner Flughafens private Taxifahrer, die einen in die Innenstadt fahren möchten. Dafür steigen sie in die Verhandlung mit etwa 300.000 Dong ein, was zu viel ist. Dafür muss man außerdem noch das eigene Gepäck im Laufschritt dem Taxifahrer hinterher über den Parkplatz schleppen. Kleine Geldscheine haben diese Taxifahrer oft nicht dabei, so dass man schon gleich bei der Flughafenausfahrt aufgeschmissen ist, wenn dort 10.000 Dong Gebühr zu entrichten sind und man nur große Scheine beim Geldwechseln bekommen hat.

  2. Bereits in der Ankunfsthalle gibt es kleine Schalter von denen aus eifrige junge Damen in Kostüm die Ankommenden ansprechen und einen Transfer-Limousinen-Service anbieten. Der Preis dafür beträgt 220.000 Dong. Auch wenn das Wort "Limousine" an einigen dieser Schalter geschrieben steht: Es sind normale Autos, deren Fahrer mit einem Funkgerät angesprochen werden und einen dann beim Verlassen der Ankunfsthalle erwarten und einsammeln.

  3. Draußen gibt es im Ankunftsbereich linkerhand einen ausgeschilderten Taxi-Stand. Dort sind Edelstahl-Geländer als Drängelgitter aufgestellt für den Fall, dass mal viel Kundschaft auf einmal erscheint. In der Regel ist das nicht der Fall. Bereits am Anfang der Gitter wird man von wartenden Taxifahrern angesprochen. An Ende der Drängelgitter stehen dann eine oder zwei Frauen in einer Art offiziellen Uniform, die einen sofort ansprechen und nach dem Ziel fragen. Auf die Antwort nennen sie dann einen Preis. In den Distrikt 1 beispielsweise 350.000 Dong, was zuviel ist. Man kann sie auf 250.000 Dong runterhandeln, bezahlt damit aber trotzdem zu viel.

  4. Am besten fährt man buchstäblich, wenn man alle ignoriert und in dieser Taxi-Schlange ganz hinter läuft. Dort stehen meist Taxis des Dienstleisters VINASUN, die mit genauem Taximeter fahren. Die Taxifahrer sind hilfsbereits beim Einladen des Gepäcks. Für eine Fahrt in den Distrikt 1 (Backpacker-Viertel und Saigoner Altstadt) sind bei dichtem Verkehr 140.000 Dong fällig. Die Ausfahrt-Gebühr am Flughafen in Höhe von 10.000 Dong legt der Fahrer vor und kommt am Ende der Fahrt auf den Fahrpreis drauf.
  5. Fahrt zum Flughafen: Am besten ist es, rechtzeitig (etwa zwei Stunden) vor der geplanten Fahrt von der Rezeption der Unterkunft ein VINASUN-Taxi anrufen zu lassen. Falls man am frühen Morgen zum Flughafen möchte, ist es sinnvoll, das Taxi schon am Abend vorher vorzubestellen. Außerhalb der Rush-Hour kann man vom Distrikt 1 aus mit 110.000 Dong für die Fahrt rechnen. Im Stoßverkehr ist es ein wenig mehr.

  6. In der Umgebung der Backpacker-Straße Pham Ngu Lao gibt es zahlreiche Travel-Agenturen, die den Flughafen-Transfer für einen Festpreis von 160.000 Dong anbieten. Die machen allerdings auch nichts anderes, als ein VINASUN-Taxi anzurufen.

Sonnenuntergang in Yangon
Sonnenuntergang in Yangon
Heute kulinarische Expedition durch die Straßenküche Myanmars. Ich aß einen Salat aus fermentierten Teeblättern, die in ein Bambusrohr gestopft ein halbes Jahr in der Erde vergraben werden.
Und einen Papaya-Salat nach Art der Rohingya, der mich in den Grenzbereich der menschlichen Schärfetoleranz führte und erst mit laufender Nase, Ohrensausen und unkontrollierbarem Speichelfluss wieder daraus entließ.
Ganz konservativ außerdem eine Nudelsuppe nach Art des Shan-Volkes und einige weitere Dinge, deren botanische und zoologische Zuordnung um meiner Selbstachtung willen im Dunkeln blieb.

Ich muss immer schmunzeln, wenn hier in Myanmar westliche Ausländerinnen mit den goldgelben Kreisen aus Thanaka-Pasta auf den Wangen und in landestypischen Longyi-Wickelröcken rumlaufen.

Weil ich nämlich genauso aussehe.

Heute wurde die Kriminalstatistik für 2017 des burmesischen Bezirkes Mandalay veröffentlicht:

41 Morde
35 Vergewaltigungen
17 Einbrüche
2 Raubüberfälle
1 Handel mit seltenen Tieren
1 unverheiratetes Zusammenleben

Quelle: Myanmar Times

"Die Welt zu durchschauen, sie zu erklären, sie zu verachten, mag großer Denker Sache sein. Mir aber liegt einzig daran, die Welt lieben zu können, sie nicht zu verachten, sie und mich nicht zu hassen, sie und mich und alle Wesen mit Liebe und Bewunderung und Ehrfurcht betrachten zu können."
   - Hermann Hesse, Siddhartha

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