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Autobahnfahrten mit dem Motorrad bedeuten im Wesentlichen, stundenlang entweder aus 5 cm Entfernung auf zerplatze Insekten-Kadaver auf dem dem Helmvisier oder die schlechten Autofahrer dahinter zu starren und dabei zu der Erkenntnis zu kommen, dass mir mehr Hirn auf der Scheibe klebt, als in vielen Fahrzeugen am Steuer sitzt.
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Gleich zweimal hintereinander bin ich den anspruchsvollen Mendelpass nach Bozen runter- und wieder hochgefahren. Nicht aus Ehrgeiz. Sondern weil ich beim ersten Mal mein Portemonnaie vergessen hatte.

Mitten auf meinem Wanderweg durch den Bergwald am Monte Penegal: Pilze im Gothic-Look! Mit schwarzem Schleim, der vom Hut tropft. So sehr ich diese stimmige Extravaganz auch bewundere, in die Pfanne kommen mir die beiden nicht.

Gothic Pilze web

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Gestern besuchte ich das Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen, das im Wesentlichen um den als "Ötzi" verunglimpften Mann der Kupfersteinzeit herum konzipiert ist. Am verstörendsten ist die dort gezeigte Tatsache, dass es Keksausstecher in Form der Dörrleiche gibt, als die er vor etwa 30 Jahren im Eis gefunden gefunden wurde. Bis sich beim Betrachten des nächsten Schaukasten herausstellt, dass Brad Pitt den Umriss der Feuchtmumie sogar auf seinem Unterarm tätowiert trägt. Aber der war ja auch mit Angelina Jolie verheiratet.

Oetzi web

tzi Keksform web

Letzten Monat versuchte ich auf einer Wanderung durch die masurischen Wälder mich nur nach dem Sonnenstand zu orientieren und schaffte es so nur mit Mühe vor Nachteinbruch nach Hause. Mit meiner Herberge hier auf dem Gipfel kann das nicht passieren. Einfach immer hoch.

Nachdem ich den Alpenhauptkamm nach Italien überquerte und noch einige weitere Pässe hoch-, runter-, hin- und wieder herkurvte, lebe ich nun in klarer, trockener Luft über den Wolken ganz oben auf dem Zauberberg, weswegen ich nun jeden Abend Sonnenbrand habe.

Adrenalin lässt sich heutzutage längst industriell produzieren. Selbst kann man es in großen Mengen herstellen, indem man auf dem Scheitelpunkt einer alpinen Haarnadelkurve einen frischen Kuhfladen platzieren lässt, den man in Schräglage mit dem Hinterrad überfährt und dabei Gas gibt.

Haarnadelkurve web

 

Heute war ich an einem Ort, der ein Wendepunkt der Geschichte hätte werden können. Mit dem nach allem, was bis dahin schon geschehen war, noch millionenfach Leben geschont und Leid vermieden worden wäre.

Gedenkplakette am Fundament der Reste der ehemaligen Lagebaracke

Die Reste der Lagebarracke, in der die Bombe damals detonierte

Die Situation in der Lagebaracke, kurz vor der der Detonation der Bombe. Im Vordergrund steht am Fuß des Tisches Stauffenbergs Aktentasche mit der Bombe

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Derzeit bin ich im umgebauten Stall eines Gutshauses untergebracht. Dort beben allabendlich die betagten Balken, wenn ich mit dem ausliegenden Corona-Hygienekonzept bewaffnet die Wände hochspringe und nach Stechmücken schlage. Meine Trefferquote ist gut, denn in der masurischen Seenlandschaft sind sie taubengroß.

Bilder von Wildenten an den Wänden und Mücken so groß wie Tauben in der Luft
Bilder von Wildenten an den Wänden und Mücken so groß wie Tauben in der Luft
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Die im ehemaligen Ost-Preußen gelegene polnische Region Masuren habe ich mir vor allem deswegen als Reiseziel ausgesucht, weil der Name sich so anhörte, als sei es sehr weit weg. Nachdem ich nun heute den 2000sten Kilometer auf einer beeindruckenden, urwüchsigen Route durch den masurischen Landschaftspark gefahren bin, kann ich sagen: Es ist weit weg.


Den Weg hierher habe ich mir hart und feucht erkämpfen müssen.Allerdings muss ich zugeben, dass ich auch viel unnötige Strecke gefahren bin, weil ich an meinem neuen Motorrad-Navi die „Adventurous Routing“-Funktion ausprobieren wollte. Die lenkt den Kurs über besonders kurvenreiche, bergige Streckenabschnitte, vermeidet dabei Autobahnen, verzichtet dabei aber auch auf die kürzeste oder schnellste Verbindung. Darüber hinaus habe ich festgestellt, dass das Sitzfleisch jeden Fahrtag um 50 Kilometer dünner wird. Ohne Pausentage tut einem bald schon nach 100 zurück gelegten Kilometern Rücken, Knie und Gesäß weh, während man nur Tage zuvor noch spielend über 400 Kilometer hinter sich gebracht hat. Dabei beginnen erst hier vor Ort die wirklich anspruchsvollen Strecken.
Für eine Reise-Enduro habe ich mich entschieden, weil ich an mir eine unübersehbare Neigung festgestellt habe, auch abseits befestigter Straßen, auf Feldwegen und schlaglochübersäten Dorfstraßen fahren zu wollen. Dass ein 125er Roller zwar bequem zu manövrieren ist, auf der Holperpiste aber schnell zu scheppern anfängt, habe ich vor zwei Jahren auf meiner 4000-km-Tour durch Österreich, Slowenien, Kroatien, Ungarn, Slowakei und Tschechien konstatieren müssen. Deshalb war schnell klar, dass nicht nur ein leistungsstärkeres Touren-Motorrad, sondern eine Reise-Enduro her musste. Mit dieser Gattung Motorrad ist es jedoch nicht selten so wie mit den SUVs bei Autos. Sie wird meist von Menschen gelenkt, denen der Gedanke an einen Ausflug in Terrain abseits des Asphalts fern liegt. Ich selbst war mir nicht sicher, ob und unter welchen Umständen meine Touren mich überhaupt auf schwierige Pfade lenken würden. Am vierten Tag der ersten Reise mit dem neuen Motorrad war es dann aber auch schon ungeplanterweise so weit. In den folgenden Tagen hat mich meine Tourengestaltung unwissentlich schon über einige Feld- und Waldwege, Schotterpisten und Wiesen geführt. Allein gestern fuhr ich mehrere Kilometer im Stehen, um die übelsten Schläge auf einer ziemlich ungehobelten Polen Navi unbefestigte Strae Motorrad GarminAsphaltdecke im masurischen Landschaftspark mit den Knien aufzufangen. Herausfordernd waren dort an jeweils der Ein- und Ausfahrt die Wildsperren. Auf etwa zwei oder drei Metern Länge ist die Straße durch querliegende, nur an den Enden auflagernde aber ansonsten freischwebenden Metallrohre unterbrochen. Fußgänger und Fahrzeuge laufen problemlos über sie hinweg. Für behufte Wildtiere sind sie aber ein Hindernis. Für Motorräder eigentlich nicht, vorausgesetzt, man überfährt die Rohre im rechten Winkel und mit ausreichend Geschwindigkeit, um nicht ins Straucheln zu kommen.
 Die Grenzen meiner eigenen Geländegängigkeit wurden mir dann auf einem sandigen Reitpfad aufgezeigt. Das Motorrad-Navi schlug eine längere nördlich um einen See herum verlaufende Strecke vor. Google Maps riet dagegen zu einer südlichen Variante, die um die Hälfte kürzer sein sollte. Das wiederum zu Rate gezogene Navigationsgerät wies diese südliche Route als „unbefestigte Straße“ aus. Ich stellte mir darunter zunächst eine einfach zu bewältigende Schotterpiste vor und entschied mich für die Abkürzung. Tatsächlich fuhr ich schon nach wenigen Minuten über trockenen, feinen Sand, der an den Rändern und in der Mitte aufgeworfen war. Nur die Spurrillen waren von überzeugender Festigkeit. Bei einigen Probeschlenkern in den tieferen Sand geriet das Vorderrad sofort ins Rutschen, das Krad war kaum noch abzufangen und nur mit schnellen Gasstößen konnte ich dem Schlingern entkommen. Das gelang dreimal. Beim vierten Mal aber nicht. Die GS rutsche nach links weg und kam auf der rechten Seite in den Brennnesseln am Wegrand zu liegen. Während das linke Bein einige empfindliche Wirkungstreffer von Fußraste und Ganghebel mitbekam, war das rechte unter der Maschine eingeklemmt und zunächst nicht darunter hervor zu bekommen. Nach Betätigen des Schalters für die Zündunterbrechung ging der Motor aus, ich nahm den Helm ab, schnaufte durch und besah die Blessuren am linken Bein, die ich als geringfügig einstufte. Auch das rechte Bein war, obwohl noch meines Motorrad Polen Fhre webBlickes durch das Motorrad entzogen, weitgehend schmerzfrei. Nachdem ich mich buchstäblich noch weiter in die Nesseln setzte, gelang es auch die Wade und Stiefel frei zu rangieren. Ich unternahm einige kraftvolle Anläufe, um mein gut 200 Kilo schweres Gefährt wieder aufzurichten. Mit dem Lenker noch oben, halb im Gebüsch und auf rutschigem Sandboden, blieb aber jeder meiner Versuche fern vom Gelingen. Erst ein Fußmarsch zu einem nahe gelegenen Reiterhof und die Unterstützung eines Stallgehilfen brachte mein Bike wieder in die Senkrechte. Wie auf rohen Eiern fuhr ich dann die restlichen fünfhundert Meter Reitpfad. Rückblicken hätte es hier sicherlich einer geländegängigen Stollenbereifung bedurft, um auf einem solchen Untergrund mehr Halt und Sicherheit zu erlangen.

Auch wenn die letztgenannte Begebenheit nicht zu den schönsten und erst recht nicht zu den schmerzfreisten gehört, ist es mir mit dieser Jungfernfahrt doch gleich auf Anhieb gelungen, das Leistungsportfolio meines neuen Reisegefährtes kennen zu lernen.
Es ist wohl wie mit Menschen, deren Stärken und Schwächen auch erst nach längerer gemeinsamer Zeit oder in Ausnahmesituationen zu Tage treten.
Nun, da das geklärt ist liegen vor uns eine einträchtige gemeinsame Zeit und einige Tausend erlebnisreiche Kilometer.

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