360°-Skippertraining Biskaya - Tag 7 - Einlaufen in Rochefort

Nach einer ruhigen Nacht vor Anker vor der kleinen iÎle-de-Aix erwachten wir mit Blick auf das Fort Boyard auf der Backbordseite der Logoff. Nach einer schnellen Katzenwäsche und dem gemeinsamen Frühstück holten wir den Anker auf und gingen auf Halbwindkurs, um die Flachwasserzone in der Nähe der Insel und der vorgelagerten Muschelbänke zu vermeiden. Unser letzter Hafen dieses Trainingstörns auf der Biskaya sollte Rochefort sein, das nur mehr wenige Seemeilen entfernt lag. So blieb uns noch einige Zeit für zusätzliche Manövertrainings. Unsere nach dem Hersteller Ruth Lee benannte Übungspuppe "Ruth" flog wieder über Bord, um mit dem sogenannten "Münchener Manöver" gerettet zu werden. In einem Gezeitengewässer spielt hier die Strömung eine zusätzliche Rolle und nicht jede Ansteuerung gelang auf Anhieb. Nachdem nun die über Nacht belegten Ankerbojen vor der Insel wieder frei geworden waren, konnten wir nun auch deren Ansteuern und das Festmachen üben. Anschließend setzten wir Kurs auf Rochefort, fuhren in den Fluß Charente ein, warteten noch fünf Minuten vor der Hafenschleuse und machten schließlich an Steg F fest.

Damit war das 360°-Skippertraining auf der Segelyacht Logoff beendet. Mein praktisches Segelwissen hat dieser Törn nahezu verdoppelt. Noch nie hatte ich vorher mit Rettungstalje oder Bergenetz hantiert und eine schwere Übungspuppe mit einem Fall an Bord gehievt. Außerdem habe ich nun in der Praxis geübt, welche Vorbereitungen und Vorüberlegungen für ein sicheres Ankermanöver zu treffen sind. Ich hätte mir natürlich einen etwas zuverlässigeren Wind gewünscht, damit wir nicht so oft mit der Antriebsmaschine hätten fahren müssen und ein Tag schwereres Wetter wäre auch in Ordnung gewesen. Ernsthaft kann man aber natürlich nichts dagegen haben, eine Woche in der Mitte des Oktobers durch die Biskaya bei blauem Himmel, strahlendem Sommerschein und ohne einen Regentropfen gesegelt zu sein.