Im "Germanischen"

Eigentlich nur für ein dreitägiges Seminar angereist, hatte ich plötzlich unerwartet mehrere Stunden Zeit, die ich in der Nürnberger Altstadt verbringen konnte. Bei der Navigation meines kurzen Fußmarsches vom Hauptbahnhof zum Hotel per Google Maps war mir das Germanische Nationalmusuem in der Karte in unmittelbarer Umgebung angezeigt worden. Ein Name, der mir schon aus vielen anderen Museumsbesuchen geläufig war. "Das hier ist eine originalgetreue Replik. Das Original steht im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg", hieß es dort oft. Nun ergab sich also die überraschende Gelegenheit, "die Originale" zu sehen. An dem Tag, an dem erneut die Corona-Maßnahmen angezogen werden mussten, wies ich am Eingang mein Impfzertifikat vor und kaufte die Eintrittskarte für acht Euro. Den kostenlosen Plan des Museums ließ ich versehentlich an der Kasse liegen, holte ihn aber wieder ab und im Germanischen Nationalmuseum braucht man ihn wirklich.

MeinBezirk.at: "Babybekleidung nachhaltig, fair produzierte und fair gehandelt"

„Die eine, weil sie verstanden hat, dass sie nur mit biologischem Landbau ihre fruchtbaren Ackerböden an ihre Kinder weitergeben kann. Die andere, weil sie verstanden hat, dass es nicht egal ist, ob man Billig-Klamotten kauft, sondern dass auch sie mit ihrer Kaufentscheidung Verantwortung übernehmen kann und mittelbar Einfluss auf die Lebensrealität der Menschen in dem kleinen Bauerndorf in Myanmar nehmen kann“, kann man im Blogbericht von Mitarbeiterin Jessica Purkhardt zum Besuch in Myanmar lesen.

Der ganze Artikel in MeinBezirk.at vom 8. November 2021

Hört Spotify mit?

Wenn mir jemand gestern, während mein Handy auf dem Tisch liegt, erzählt, wie gut ihr das "Bochum"-Album von Grönemeyer damals gefallen hat und mir Spotify heute automatisch dieses Album vorschläg, obwohl ich vorher nur französischen Rap gehört habe; muss man dann fürchten, dass die heimlich lauschen oder gibt es tatsächlich eine inhaltliche Nähe?

Mehr Selbstbestimmung wagen - Meine Oktober-Kolumne im GAB-Magazin

Zwei transgeschlechtliche Menschen gehören dem Bundestag nun an. Sie sind dort dem Vernehmen nach möglicherweise nicht die Ersten ihrer Art, aber die ersten geouteten. Das Bohei, das um ihren Einzug in das Hohe Haus gemacht wird, zeigt vor allem, wie unerfahren unsere Gesellschaft und ihre Institutionen im Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt sind. Es gibt keine verlässlichen Zahlen darüber, wie viele Menschen sich in Deutschland als Trans* identifizieren. Jedoch legen die Zahlen der jedes Jahr nach dem sogenannten Transsexuellengesetz vollzogenen Vornamens- und Personenstandsänderungen nahe, dass allein hier mit einigen Hunderttausend Personen zu rechnen ist, wobei nicht einmal alle diesen formaljuristischen, teuren und demütigenden Weg bestreiten wollen. Die Existenz dieser vielen Menschen war bisher im höchsten deutschen Parlament jedoch nicht sichtbar. Das Prinzip der repräsentativen Demokratie zeichnet sich eigentlich besonders durch die proportionale Vertretung aus, die gewährleisten soll, dass Minderheiten im politischen Prozess mehr Gehör und Berücksichtigung finden. Allerdings eben nur, wenn sie auch tatsächlich in den Parlamenten vertreten sind. In diesem Sinne ist dieser Bundestag ein großes Stück gerechter geworden, denn so trans* war er noch nie.

Die ganze Kolumne in der Oktober-Ausgabe des GAB-Magazins weiterlesen

360°-Skippertraing Biskaya - Tag 8 - Zug um Zug

Während gestern Abend der Rest unserer Segelcrew zum Abschluss des Törns noch in einer Bar im Hafen einen trinken ging, verabschiedete ich mich vorzeitig, um früh in meine Koje zu kommen, weil der Rückreisetag absehbar anstrengend werden würde. Voll ausgeschlafen erwachte ich deshalb heute Morgen. Mein Segelsack war schnell mit dem wenigen Gepäck gefüllt und der gemeinsame Fußmarsch zum Bahnhof von Rochefort nahm nicht mehr als eine Viertelstunde in Anspruch. Wir verabschiedeten uns voneinander und alle bis auf mich stiegen in den Zug nach Paris. Ich musste noch ein paar Minuten auf meinen TGV nach Bordeaux warten. Weil ich meine Rückfahrt erst sehr spät gebucht hatte, waren alle anderen Verbindungen zwischen Rochefort und Frankfurt schon ausgebucht. So zahlte ich nicht nur Lehrgeld für eine unnötige Fahrt in der 1. Klasse, sondern musste auch einmal mehr umsteigen. Den Fernverkehr in Frankreich erlebte ich bislang aber als zuverlässig, so dass ich mir wegen des zusätzlichen Zwischenhaltes keine Sorgen machte. Nur der Transfer zwischen den Pariser Bahnöfen Montparnasse und Est sollte herausfordernd werden, denn mir blieb weniger als eine Stunde Zeit, um mit der Metrolinie 4 zwischen den beiden Fernbahnhöfen zu wechseln.

360°-Skippertraining Biskaya - Tag 7 - Einlaufen in Rochefort

Nach einer ruhigen Nacht vor Anker vor der kleinen iÎle-de-Aix erwachten wir mit Blick auf das Fort Boyard auf der Backbordseite der Logoff. Nach einer schnellen Katzenwäsche und dem gemeinsamen Frühstück holten wir den Anker auf und gingen auf Halbwindkurs, um die Flachwasserzone in der Nähe der Insel und der vorgelagerten Muschelbänke zu vermeiden. Unser letzter Hafen dieses Trainingstörns auf der Biskaya sollte Rochefort sein, das nur mehr wenige Seemeilen entfernt lag. So blieb uns noch einige Zeit für zusätzliche Manövertrainings. Unsere nach dem Hersteller Ruth Lee benannte Übungspuppe "Ruth" flog wieder über Bord, um mit dem sogenannten "Münchener Manöver" gerettet zu werden. In einem Gezeitengewässer spielt hier die Strömung eine zusätzliche Rolle und nicht jede Ansteuerung gelang auf Anhieb. Nachdem nun die über Nacht belegten Ankerbojen vor der Insel wieder frei geworden waren, konnten wir nun auch deren Ansteuern und das Festmachen üben. Anschließend setzten wir Kurs auf Rochefort, fuhren in den Fluß Charente ein, warteten noch fünf Minuten vor der Hafenschleuse und machten schließlich an Steg F fest.

360°-Skippertraining Biskaya - Tag 6 - La Rochelle

In der Nacht war ich lange wach. Wenn man sich zu zweit eine Kammer auf dem Schiff teilt und auf der gleichen schmalen und zu den Füßen spitz zulaufenden Matratze schläft, bleibt der eigene Schlaf nicht durchgehend unbehelligt. Entsprechend träge war mein Start in den Tag. Nach dem Ablegen im Yachthafen vom La Rochelle fuhren wir in den alten Hafen der Stadt, um noch ein wenig einzukaufen. Ich nutzte die Gelegenheit, um Postkarten zu erwerben, denn auf jeder Reise versende ich immer genau sechs Postkarten. Oft auch an Menschen, die sicherlich nicht unbedingt mit einem Reisegruß von mir reden. Dabei stelle ich immer wieder fest, dass ich zwar ein riesiges Telefonbuch habe, aber nur noch sehr wenige Postadressen. Wer also mal gerne bei einer meiner nächsten Reisen eine Postkarte vom mir geschickt bekommen möchte, schreibt mir einfach seine Adresse an jessica.bkk/at/gmail.com.
Bei meiner Rückkehr aus der Altstadt von La Rochelle sah ich gerade unsere Segelyacht Logoff, wie sie gerade mit unseren beiden Skippern an Bord ablegte.

360°-Skippertraining Biskaya Tag 5 - Navigatorin des Tages

Heute war der Tag an dem die Biskaya begann zu liefern, was ich mir von einem Törn in dieser berüchtigten Meeresbucht des Nordatlantiks versprochen hatte. Gleich nach dem Auslaufen aus dem Hafen von Les Sables d'Orlonne setzten wir Segel und machten sofort ordentlich Fahrt gegen die Wellen. Die Schräglage nahm schnell zu, so dass die Steuerbordkante der Logoff kurz über der grünen See durch die Wellenkämme schnitt. Der Seegang erreichte wohl kaum mehr als einen Meter doch trotzdem wurde das Vorschiff immer wieder überspült und die Gischt flog bis über das Heck hinaus.
Jeden Tag ist jemand anderes aus unserer Crew für die Navigation und Berechnung der Wasserstände der Gezeiten zuständig. Heute war ich dran und setzte unseren Kurs zwischen der Île-de-Ré und den vorgelagerten Austerbänken hindurch, unter der schlanken Betonbrücke zwischen der Insel und La Rochelle, bis in den langen Trichter, der uns in die riesige Marina der großen französischen Hafenstadt führte.
Als Navigatorin des Tages steuerte ich unsere Segelyacht an einen der 63 Stege für Sport- und Freizeitboote, wo wir so schnell wie sonst nie fest machten, um unsere Reservierung im Restaurant in derAltstadt von La Rochelle einzuhalten. Erst kurz nach 21 Uhr trafen wir dort ein. Für mich gab es als Vorspeise eine fruchtige Ceviche von der Dorade; zum Hauptgang hatte ich mir eine Pilzpfanne mit Wolfsbarsch und Pilzen ausgesucht, die hervorragend schmeckte und von beidem hätte ich problemlos auch die doppelte Portion bewältigen können.
Zurück mussten wir wie schon beim Hinweg mehrere Kilometer um das Hafenbecken herum laufen und erreichten die Logoff an ihrem Schwimmensteg erst nach Mitternacht.

360°-Skippertraing Biskaya - Tag 4 - Nachtansteuerung

Nach der Rückkehr aus dem guten Restaurant gestern Abend, lag auf einmal eine kleinere Segelyacht neben uns. Drei junge Franzosen hatten bei der Einfahrt in den Hafen im Dunklen eine Leine in ihren Antriebspropeller bekommen und mussten manovierunfähig bei uns längsseits gehen. Alleine trauten sie sich nicht, ihr Boot an den Steg zu verholen. Unsere Crew half ihnen aber dann dabei und die Erleichterung war der französischen . Besatzung anzumerken. Am nächsten Morgen traf ich dann die junge Frau, die Teil der Crew war im Waschhaus, wo sie gerade sich und ihrem Neoprenanzug das Hafenwasser abgewaschen hatte, durch das sie hinab zur Motorschraube ihres Schiffs getaucht war, um die aufgewickelte Leine aus der Schiffsschraube zu entfernen.

360°-Skippertraining Biskaya - Tag 3 - Funkärztliche Beratung

Der Segeltag begann mit einem Telefonanruf beim funkärztlichen Beratungsdienst in Cuxhaven. Vorher hatten wir das dafür vorgesehene Formular für die Beratung aus der Ferne ausgefüllt und einen typischen Bordunfall angenommen, bei dem ein Crewmitglied vom herumschlagenden Baum des Großsegels am Kopf getroffen worden war und nun Symptome eines Schädel-Hirns-Tramas aufwies.
Nachdem diese Übungseinheit abgeschlossen war, hieß es "Leinen los" und die Segelyacht Logoff lief aus dem Hafen von L'Herbaudiére aus.

Jessica-Purkhardt.de