Die September-Kolumne von Jessica Purkhardt im GAB-Magazin

Höher, schneller, inklusiver - Meine September-Kolumne im GAB-Magazin

Nun beginnt die heiße Phase, in der es um alles geht. In der Entscheidungen fallen werden, die nicht nur die nächsten vier Jahre Bestand, sondern die für nicht wenige Menschen in diesem Land grundsätzlich einen hohen Stellenwert haben. Die Einzelkämpfer*innen der Riege müssen jetzt vor großem Publikum auf sich allein gestellt ihre mentale Stärke beweisen, während andere als Team zusammenstehen, maximalen persönlichen Einsatz zeigen und trotzdem die eigenen Ansprüche hintanstellen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.

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Gluthitze - 5. Tag meiner "Heide-Inferno"-Tour

Hätte ich geahnt, welche Temperaturen das Termometer heute erklimmen würde, wäre ich vielleicht doch schon etwas früher mit dem Motorrad aufgebrochen, statt mich im Hotelzimmer noch ewig von stetig eintrudelnden Emails aufhalten zu lassen. Im Grunde wäre es aber egal gewesen, denn schon um 11 Uhr herrschte ein Gluthitze über der Lüneburger Heide. Den Titel "Heide-Inferno" habe ich dieser Motorradtour urpsünglich gegeben, weil ich in ihrem Verlauf an Stationen vorbeikomme, die so furchtbar sind, dass sie alle auf die eine oder andere Weise mit dem Begriff Inferno bezeichnet werden dürfen. Der Gedenkort für die umgekommenen Feuerwehrmänner bei der Waldbrand-Katastrophe in der Lüneburger Heide im Jahr 1975. Dann jene Straßenbrücke bei Eschede, wo 1998 das schlimmste Zugunglück der deutschen Geschichte stattfand und vorgestern der Besuch des ehemaligen Konzentrations- und Kriegsgefangenenlagers Bergen-Belsen, in dem das zehntausendfache Leiden und Sterben die Hölle auf Erde war.
Wie harmlos ist daran gemessen die heutige Erfahrung eines heißen Sommertages, der in Motorradschutzkleidung zwar belastend aber erträglich ist. Allerdings strahlte der Motorradantrieb auch während der Fahrt so eine Wärme ab, dass ich unwillkürlich die Füße auf den Fußrasten der Maschhine weiter nach außen stelle. Nur Dank der barmherzigen Landbevölkerung der Lüneburger Heide und der Wasserleitungen auf Friedhöfen habe ich heute auf dem Motorrad die 35,5° Grad, die mir während der Fahrt angezeigt wurden, überstanden.

Eskapismus

Selbstdiagnose Eskapismus: Ich schaue nämlich nur noch einmal abends Nachrichten von NHK WORLD-JAPAN. Da sehe ich wie Bevölkerung, Politik und Wirtschaft möglichst besonnen mitmachen, das Infektionsgeschehen auch in hochverdichteten Metropolen auf einem nachverfolgbaren und vergleichsweise niedrigen Stand zu halten, damit das öffentliche Leben nicht lahm gelegt werden muss. Dann stelle ich mir vor, das wäre hier und bin sehr zufrieden.

Kalenderweisheit

Als tiefgründige Weissagung für das Kalenderblatt April schlage ich vor:
"Erst wenn die letzte Bar in der Innenstadt pleite ist, werdet ihr merken, dass man in Nagelstudios kein Bier trinken kann."

Influencer

Gerade überlege ich, ob ich mal ein Schminktipp-Video produziere, in dem ich meine "Sunday Morning Make-up Routine" als Tutorial zeige. Darin wäre in Zeitlupe zu sehen, wie ich mir dreimal kaltes Wasser aus dem Hahn ins Gesicht werfe. Dazwischen kämen noch zehn Minuten Werbung.

Zufallsgenerator

Gleich mehrere Unternehmen preisen nun ihre Systeme an für kochendes Wasser aus dem Hahn. Aber ich muss enttäuschen: In vielen deutschen Nachkriegs-Mietshäusern ist das längst Standard. Sogar mit eingebautem Zufallsgenerator.

Make-up-Feindlichkeit

Völlig unzureichend öffentlich diskutiert ist auch die eklatante Make-up-Feindlichkeit der Corona-Pandemie. Die Maske verschmiert den Lippenstift zu einem Grinsen wie der Joker und nach einem tränenreichen Stäbchen-in-die-Nase-Test hat man Augenringe wie The Crow.

Ein Schild für ein ganzes Land

Covid Schild web

Neue Textsorte

Heute habe ich eine neue Textsorte kennengelernt, die im Wesentlichen auf nach Deutschland adressierten Ansichtskarten zu finden ist: die solipsistische Reiselarmoyanz.

Land-Stadt-Gefälle

Der Unterschied zwischen Stadt und Land ist für mich am deutlichsten darin erkennbar, dass auf dem Land auf mit Tierdung übersäten Wiesen das Fleisch erzeugt wird, das in der Stadt auf mit Tierdung übersäten Wiesen mit Einweggrills zubereitet und gegessen wird.